Samsung

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Elektronik-Riesen verlassen China

Samsung schließt sein Werk im chinesischen Industriepark Suzhou. Die Produktion werde zu teuer und riskant angesichts des offenen Handelskriegs zwischen den USA und China.

Korrespondenz aus Ingolstadt

Ende August 2020 wird der koreanische Elektronikkonzern seine Smartphone-Produktion in China aufgeben. Bereits seit einigen Jahren verlagert er diese Produktion immer mehr nach Vietnam. Nach Meldungen südkoreanischer Medien sollen PC- und Laptop-Produktion folgen. Wie Samsung handeln auch andere Konzerne - eine Tendenz, die durch die Corona-Krise beschleunigt wird. Die chinesischen Behörden unternehmen große Anstrengungen, sie zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen.

 

Im Samsung-Werk in Suzhou arbeiten noch 1.700 Menschen, deren Arbeitsplätze jetzt von Vernichtung bedroht sind. Sie sollen nach Aussage der Konzernleitung Verträge in anderen Standorten der Samsung-Gruppe erhalten. Am 4. August, dem Tag der Bekanntgabe der Werksschließung, versammelten sich hunderte Arbeiterinnen und Arbeiter vor der Fabrik, protestierten gegen ihre geplante Entlassung und forderten Entschädigungen. Im Jahr 2012 arbeiteten 6000 Menschen in diesem Werk. Ein Grund für den geplanten Rückzug von Samsung ist der relativ gesättigte Computermarkt in China, berichtet die South China Morning Post, eine Tageszeitung in Hongkong.

 

Neben Vietnam wird auch Indien zunehmend attraktiv für die Produktion von Samsung, Foxconn, Wistron und Pegatron. Beide Staaten erweisen sich mit Steuergeschenken als gute Dienstleister für internationale Monopole und Übermonopole. Hier wird ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf um die schlechtesten Arbeitsbedingungen, niedrigsten Löhne und höchsten Subventionen ausgetragen. Dazu kommt eine jüngere Arbeiterklasse: In Vietnam sind die Arbeiterinnen und Arbeiter durchschnittlich sieben, in Indien neun Jahre jünger als in China. Da ist die Denk- und Handlungsweise von Samsung und Konsorten gnadenlos: Mit der Ausbeutung jüngerer Arbeiter lässt sich mehr Profit scheffeln, also zieht man weiter.

 

Demgegenüber argumentieren chinesische Behörden mit einer "wachsenden Mittelschicht" in China als Abnehmer dort hergestellter Produkte, sowie damit, dass es ganze Lieferketten und nicht nur einzelne Industrien gebe.