Südafrika

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Erklärung zum Jahrestag des Marikana-Massakers

Am heutigen 16. August jährt sich zum achten mal das Massaker an 34 Bergleuten der Marikana-Platinmine des Lonmin-Konzerns in Rustenburg/Südafrika.

Von Deutsch-Südafrikanische Freundschaftsgesellschaft Marikana e.V.
Erklärung zum Jahrestag des Marikana-Massakers
Bild von der Gründung der Deutsch-Südafrikanische Freundschaftsgesellschaft Marikana e.V. (rf-foto)

2012 streikten die Bergarbeiter der Marikana-Mine sechs Wochen lang für eine Lohnerhöhung von 5000 auf 12.000 Rand (heute von umgerechnet 241 auf 579 Euro).

 

Am sechsten Tag ihres selbständigen, von der Gewerkschaft AMCU unterstützten Streiks, wurden die Arbeiter von bewaffneten Sicherheitskräften und der Polizei aufgefordert, an die Arbeit zurück zu gehen. Sie wurden eingekesselt, zuerst wurden Wasserwerfer und Blendgranaten eingesetzt, dann wurde das Feuer mit scharfer Munition eröffnet. 34 Bergleute wurden getötet, viele weitere verletzt. Während die Medien weltweit die Lüge eines „wilden Mob“ verbreiteten, der auf die Polizei losgegangen wäre, wurden die Bergleute mehrheitlich durch Schüsse in den Rücken getötet. Sie waren traditionell „bewaffnet“ mit Stöcken und Macheten, was in Südafrika zur Demonstrations- und Streikkultur gehört.

 

Jetzt erst recht! 16.000 Bergleute von Marikana kämpften weiter für ihre Forderungen, aus Solidarität traten Bergleute weiterer Zechen in den Streik. Im September 2012 streikten bereits 60.000 Bergleute verschiedener Platin- und Goldminen. Sie konnten Lohnerhöhungen erkämpfen.

 

Das Massaker von Marikana wurde von Staat, Regierung, Polizei und Minen-Betreiber Lonmin zu vertuschen versucht, dann verharmlost und bis heute ist niemand dafür richtig verurteilt und zur Rechenschaft gezogen worden.

 

Das Massaker hat sich tief in das Bewusstsein der südafrikanischen Massen eingebrannt und war der Beginn des Vertrauensverlusts der Menschen in die ANC-Regierung, der sich bis heute fortsetzt und vertieft.

 

Zu den Verantwortlichen gehört maßgeblich der heutige Präsident Cyril Ramaphosa. Er hatte als früherer Gewerkschaftsfunktionär der Bergbaugewerkschaft NUM zum Zeitpunkt des Massakers bereits die Seite gewechselt und war im Aufsichtsrat und Manager bei Lonmin. In dieser Funktion forderte er die Regierung einen Tag vor dem Massaker auf, hart gegen die Streikenden durchzugreifen. Wörtlich verleumdete er die Bergleute als „Kriminelle, deren Verbrechen der Wunsch nach Lohnerhöhung“ sei. Während Ramaphosa unter anderem als Lonmin-Aktionär zum zweitreichsten Schwarzen Südafrikas wurde, fordern die Witwen der getöteten Kumpel bis heute Entschädigungen von Lonmin!

 

Indirekt zu den Verantwortlichen zählt auch der deutsche BASF-Konzern, der auch nach dem Massaker die Verträge mit Lonmin verlängert hat. BASF kauft mehr als die Hälfte von Lonmins Jahresproduktion an Platin und stellt daraus Katalysatoren für VW, Daimler und BMW her.

Die Deutsch-Südafrikanische Freundschaftsgesellschaft Marikana e.V. fordert:

Restlose Aufklärung des Massakers und Haftstrafen für die Verantwortlichen des Marikana-Massakers in Regierung, Polizei und im Lonmin-Konzern!

Präsident Cyril Ramaphosa gehört in Haft statt ins Parlament!

Entschädigung der Witwen der getöteten 34 Bergarbeiter der Marikana-Mine!


Hoch die internationale Solidarität!