Gelsenkirchen

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"Wir sind hier, weil wir uns diese faschistische Provokation nicht gefallen lassen!"

Um 17.30 Uhr ist der Parkplatz vor der Horster Mitte - vor der am 20. Juni eine Lenin-Statue mit großer bundesweiter und internationaler Anteilnahme aufgestellt wurde - mit 150 bis 200 Antifaschisten schon gut gefüllt.

Von RF-Redaktion
"Wir sind hier, weil wir uns diese faschistische Provokation nicht gefallen lassen!"

Natürlich alles Corona-gerecht - mit Schutzmasken und ausreichendem Abstand. Der Grund für die kurzfristige Versammlung zum Kaffeetrinken an der Lenin-Statue: Die ultrareaktionäre, faschistoide AfD hatte erst zwei Tage vorher angekündigt, heute gegen die Statue unter der antikommunistischen Losung "Nie wieder Sozialismus!" aufzumarschieren.

 

Kurzentschlossen hat die MLPD gemeinsam mit Bündnispartnern zur Gegenkundgebung mobilisiert. Alle, die jetzt schon gekommen sind, wollen es sich nicht nehmen lassen, gegen diese antikommunistische Provokation zu protestieren und die Lenin-Statue zu schützen. Die meisten haben, wie in der Einladung vorgeschlagen, Essen, Trinken, Stühle und Tische selbst mitgebracht.

 

Die Geburtstagskasse Hugo Hauer aus Recklinghausen wollte heute eigentlich zuhause mit allen Geburtstagskindern feiern. Jetzt haben sie sich entschieden, das Fest hierher zu verlagern - samt Geburtstagskuchen und Kaffee, den sie freundlicherweise auch anderen anbieten. Eine Kollegin aus Recklinghausen dazu: "Wir sind hier, weil die AfD hier nachher gegen das Lenin-Denkmal demonstrieren möchte. Das wollen wir uns nicht gefallen lassen. Fast alle von uns sind mitgekommen."

 

Ein aktiver ver.di-Gewerkschafter aus Gelsenkirchen ergänzt: "Das kann ich auf keinen Fall gutheißen, wenn man die faschistoide AfD direkt vor dem Lenin-Denkmal sprechen lässt. Das ist für mich eine Unverschämtheit. Wenn man bedenkt, wie mit manchen Antifaschisten umgegangen wird, ist das hier für mich unfassbar."

 

Um 17.15 Uhr begrüßt Monika Gärtner-Engel die Anwesenden sehr herzlich: "Es ist toll, dass ihr alle gekommen seid, obwohl wir erst vor zwei Tagen erfahren haben, dass die AfD hier auftreten will. Von der AfD kommt ja Stephan Brandner, ein führender Faschist in dieser Partei, ein widerwärtiger Mensch, der als Vorsitzender eines Bundestagsausschusses selbst von den Abgeordneten der bürgerlichen Parteien abgewählt wurde. Um 18 Uhr beginnen wir mit unserer Kundgebung. Ich und Peter Römmele, Stahlarbeiter und Landesvorsitzender der MLPD in Nordrhein-Westfalen, werden durch das Programm führen. Trinkt jetzt erst mal Kaffee und stärkt euch. Viel Spaß dabei und der AfD wünschen wir eine krachende Niederlage."

 

Momentan gibt es ziemliche Probleme mit der Polizei, die den Antifaschisten den eigenständigen Schutz der Statue verweigern will, während sie selbst diesen Schutz nur völlig unzureichend gewährleistet.

 

Natürlich können sich jederzeit noch weitere Antifaschistinnen und Antifaschisten einreihen und sich nach Gelsenkirchen-Horst auf den Weg machen!