Gelsenkirchen

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Tolle Stimmung beim Fest zu 16 Jahre Montagsdemo

Am 10. August 2020 erlebten rund 100 Gäste auf dem Neumarktplatz ein mitreißendes Fest mit internationaler Zusammensetzung, davon viele Interessierte vor allem unter jungen Leuten und Zuhörerinnen wie Zuhörer in den umliegenden Cafés.

Von Martina Reichmann und Thomas Kistermann
Tolle Stimmung beim Fest zu 16 Jahre Montagsdemo
Jugend am offenen Mikrofon (rf-foto)

Wegen Corona war keine Party mit DJ und Tanz möglich wie sonst, aber es wurde ein tolles Jubiläum – bei heißen Temperaturen mit kühlen Getränken, Kultur und Leckereien. Thomas Kistermann und Monika Gärtner-Engel, beide seit 2004 dabei, führten als Moderatoren durchs Programm.

 

Lieder und Redebeiträge spannten den Bogen durch das vergangene Jahr und bis zu den Anfängen der Montagsdemo. Ausgangspunkt in Westdeutschland war Gelsenkirchen, wo Monika Gärtner-Engel und Manuela Reichmann von AUF 2004 initiativ wurden. Bis zu 5000 Menschen zogen damals durch die Bahnhofstraße - mit der Losung „Weg mit Hartz IV“. Doch eigentlich reichen die Wurzeln noch tiefer, in den 1990er -Jahren entstand die Protestbewegung gegen den Jugoslawienkrieg – auch mit Montagsdemonstrationen!

 

Jan Specht, Stadtverordneter und Spitzenkandidat von AUF Gelsenkirchen, hob die Bedeutung der Montagsdemo hervor: „Wir waren Vorreiter beim Mindestlohn, gegen Hartz IV, für die Arbeitszeitreduzierung. Ich wurde vor Kurzem gefragt, bringt das denn was mit der Montagsdemo seit 16 Jahren, trifft sich nicht nur der harte Kern? Ich finde beides gut, den fest zusammengewachsenen Kern, auf den bei Minustemperaturen und Hitze, in jeder Situation Verlass ist. Und die Solidarität und Unterstützung, wenn Leute etwas auf dem Herzen haben. Die Montagsdemo war immer da, wenn Brennpunkte entstanden wie die Katastrophe von Fukushima, wie der Kampf gegen europaweite Niedriglöhne, wie die Wohnsitzauflage für Geflüchtete. Die Montagsdemo greift es auf, wenn die Palästinenser gegen die Bombardierung des Gaza-Streifens protestierten und wenn die Kurden den Widerstand gegen den faschistischen IS-Einmarsch organisieren. Sie ist als soziales Gewissen unverzichtbar.“

 

Mit Mindestabstand, aber umso mehr Elan gab es zum Schluss heiße Klänge und eine Tanzeinlage mit der Sport-Trainerin Petra Polz-Waßong. Die Gäste ließen sich nicht lang bitten … diesen Schwung nimmt die Montagsdemo Gelsenkirchen mit in ihr nächstes Jahr.