Dürre in Deutschland

Dürre in Deutschland

Kampf gegen den Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe

Jahrelang gingen wir davon aus, dass Dürre und Wasserknappheit nur auf Kontinenten mit Wüsten bzw. heißen Zonen vorkommt. Nun warnt angesichts der Dürre in Deutschland der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sparsam mit Trinkwasser umzugehen, weil die Dürre die Wasserversorgung der Stadt immer mehr einschränkt. 2020 ist das dritte Jahr in Folge in Deutschland und in Gesamteuropa, in dem die Niederschlagsmengen extrem zurück gegangen sind. Diese dramatische Entwicklung spielt sich vor aller Augen ab und ist ein Schlag ins Gesichts aller Leugner und Verharmloser einer drohenden Umweltkatastrophe. Umweltministerin Svenja Schulze kündigte vor wenigen Tagen die zukünftig notwendige Rationierung von Wasser an im Rahmen einer nationalen Wasserstrategie.

Von jb
Kampf gegen den Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe
(foto: Flominator (CC BY-SA 3.0))

Diese Dürre hat den Wäldern bereits schwer zugesetzt. Die Schäden in den Wäldern Deutschlands haben ein historisches Ausmaß erreicht. „Wir erleben gerade die schwerwiegendste Waldschaden-Situation seit Beginn der geregelten nachhaltigen Waldbetreuung und Waldbewirtschaftung, das heißt also seit mehr als 200 Jahren“, sagte Professor Michael Müller von der TU Dresden. Er weist darauf hin, dass es vor allem die Wechselwirkung ist von Stürmen, der enormen Vermehrung von Waldschädlingen und der Dürre, eine Kombination, die es bisher noch nicht gab. Viele Bauern müssen ein drittes Jahr in Folge mit einer mäßigen Ernte durch die Dürre leben; die Ernteerträge werden immer instabiler mit zukünftigen negativen Folgen für die Ernährung der Menschheit.

 

Dagmar Kolkmann-Lutz - Hausleiterin des Ferienparks Thüringer Wald in Schalkau-Truckenthal - schildert eindringlich die aktuelle Situation: „Es ist dramatisch. Im Tal sterben die Wälder, das kann man täglich sehen. Ständig läuft die Motorsäge, weil gefällt werden muss. Das ist aber nur der offensichtliche Schaden, denn man muss den Wald als System sehen. Mit dem Fällen der Bäume, wird der Boden mit seinen Moosen, Pflanzen, Tieren,... und Mikroorganismen geschädigt. Wir hatten Sturzregen. Das Wasser floss in rasender Geschwindigkeit ab. So kann der Wald seine Aufgabe als Wasserspeicher, -verdunster eben als Klimaregulierer nicht mehr wahrnehmen und die Gefahr von abrutschenden Hängen nimmt drastisch zu!“ Neue Forschungsergebnisse weisen auch nach, dass ausgetrockneter Boden auch schlechter wieder zu befeuchten ist, weil sich eine wasserabweisende Schicht ausbildet.

 

Die Antwort vom Bund und Länder sind Hunderte Millionen Euro Hilfen für Waldeigentümer, von denen vor allem die Großforste profitieren. Finanziert werden soll ein großflächiger Waldumbau, weg von Monokulturen und mit resistenteren Baumsorten. Sicherlich müssen dringend Maßnahmen unternommen werden, und gegen Aufforstung ist nichts einzuwenden - im Gegenteil. Aber, amKapitalismus als Grundursache wird nicht gerüttelt. Die menschen- und naturverachtende Verharmlosung als „Klimawandel“ lenkt davon ab, dass jetzt konsequente Maßnahmen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlage vor einem beschleunigten Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe notwendig sind. Neben einer Umstellung auf eine hundertprozentige Umstellung auf regenerative Energien in Produktion, Logistik und Verkehr, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, denn es durchdringen sich ja verschiedene Seiten dieser Krise. Sie werden nur auf Kosten der Profite der Monopole durchzusetzen sein.

 

Stefan Engel legte 2019 als Kandidat im Wartburgkreis bei den Landtagswahlen dar, welche das sind: „Sofortiger Importstopp von Kohle für die Kraftwerke und zeitnahe Abschaltung aller Kohlekraftwerke, Aufgabe der Braunkohleproduktion binnen von drei Jahren und Schaffung gleichwertiger Ersatzarbeitsplätze für alle Braunkohlebeschäftigten z. B. in der Regenerierung der entstandenen Umweltschäden. Diese Ersatzarbeitsplätze müssten mindestens 25 Jahre zur Verfügung gestellt werden. Massive Einschränkung von Plastikprodukten, verstärkte Produktion von biologisch abbaubarem Plastik. Schutz von Biotopen, massive Förderung des Solarausbaus und von dezentralen Biogasanlagen zur Verwertung von Fäkalien und allerlei Grünabfällen, wodurch der Ausbau von alternativen Energien beschleunigt würde. Massive Einschränkung des waldwirtschaftlichen Kahlschlags des Thüringer Waldes. Verpflichtung zur hochwertigen Wiederaufforstung, Verbot zur Einführung von Hölzern aus den Amazonas-Wäldern und anderen Urwäldern der Erde. Einführung von kostenlosem Nahverkehr, Ersetzung aller fossilen Nahverkehrsmittel durch Elektro- und Wasserstoff-, Oberleitungs – oder Schienenfahrzeuge. Massive Einschränkung des Güterverkehrs auf der Straße und Umverlegung auf die Schiene. Einführung von Kryo-Recycling in allen großen Gemeinden und Städten als grundlegendes Element der Wiederverwertung von Rohstoffen zunächst durch das Recyceln von Plastik-, Gummi- und Elektroschrott. Radikale Sparmaßnahmen gegen die Verschwendung von Energie."

 

Diese radikalen Positionen müssen weiter breit bekannt gemacht werden, dafür stehen die Kandidaten der Internationalistischen Liste / MLPD. Unterstützt darum mit einer Unterstützungsunterschrift, dass die Internationalistische Liste / MLPD in Thüringen zum Landtag und zum Bundestag 2021 kandidieren kann. Sie vertritt neben anderen Forderungen konsequent „Umweltschutz und Arbeitsplätze!“.

 

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