Angela Merkel auf Zeche Zollverein

Angela Merkel auf Zeche Zollverein

Erfolgreiche Kundgebung von Kumpel für AUF, MLPD und kommunalen Bündnissen

Seit kurz vor 13 Uhr läuft eine erfolgreiche Kundgebung, zu der die Essener Gruppe der kämpferischen Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF im Ruhrgebiet aufgerufen hat.

Von Landesleitung NRW der MLPD
Erfolgreiche Kundgebung von Kumpel für AUF, MLPD und kommunalen Bündnissen
Kumpel für AUF und andere demonstrieren entschieden gegen den Besuch von Angela Merkel, die Landesregierung und die RAG (rf-foto)

An dieser Kundgebung beteiligten sich die MLPD, der Jugendverband REBELL, die kommunalpolitischen Bündnisse Essen steht AUF und AUF Gelsenkirchen, die Bergarbeiterfrauen in Courage, sowie viele Kolleginnen und Kollegen, Familien und Freunde.

 

Sie haben sich anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen-Katernberg versammelt, um gegen die Politik der verbrannten Erde der Ruhrkohle AG (RAG) zu protestieren. Außerdem kritisierten sie die Lüge vom erfolgreichen „Strukturwandel“ im Ruhrgebiet. Diese Lüge wurde von Anfang an von allen Seiten und nach allen Regeln der Kunst zerpflückt.

 

Zum „Strukturwandel“ sprach unter anderem Peter Römmele, Stahlarbeiter und Landesvorsitzende der MLPD Nordrhein-Westfalen. lleine die RAG hat 100.000 Lehrstellen vernichtet. Die Menschen in den angrenzenden Stadtteilen Karnap, Schonnebeck und Katernberg, die bis zur Stilllegung von Zollverein auf einer der größten und modernsten Zeichen des Ruhrgebiets arbeiteten, traf die Stilllegung hart. Diese hat den Niedergang dieser drei Stadtteile eingeleitet.

 

Zuvor wurde allerdings gegen einen echten Skandal protestiert: Hatte die Polizei anfangs erklärt, dass der Kundgebungsplatz der Kundgebung von Kumpel für AUF verlegt werden müsse, da das BKA sich dort einrichten müsste, um den Schutz von Angela Merkel zu garantieren, entpuppte sich das im Verlauf als unverschämte Lüge, denn im weiteren befand sich auf einmal eine Kundgebung des ultrareaktionären, faschistischen Bündnisses „NRW stellt sich quer“ auf diesem Platz. Im Vorfeld hatte das Verwaltungsgericht mit genau der Begründung, das BKA brauche den Platz, den Protest gegen die Verlegung abgelehnt. Nun wurde dieser Platz, der der beste Platz war, seitens der Polizei extra den Faschisten regelrecht freigehalten. Dagegen wurde seitens der Kundgebung von Kumpel für AUF entschieden protestiert, und der Platz wurde eingefordert, konnte aber nicht erkämpft werden, so dass die Kumpel-für-AUF-Kundgebung auf der anderen Straßenseite stattfand.

 

NRW stellt sich quer hatte im Vorfeld im Internet mobilisiert. Gekommen waren allerdings nur eine Handvoll Leute. Dagegen waren bei der Kundgebung von Kumpel für AUF bis zu 70 Personen anwesend, die immer wieder durch zuhörende Jugendliche von der anderen Straßenseite, die sich am offenen Mikro beteiligten, verstärkt wurden.

 

Für Kumpel für AUF moderierten Esther Engel und Michael May die Kundgebung, kämpferische Bergleute sprachen am Mikrofon, unter anderem der - für AUF Gelsenkirchen bei der Kommunalwahl kandidierende Bergmann - Günter Belka.

 

Unter anderem berichteten die Jugendlichen, die dazukamen darüber, was die aktuelle Schulpolitik unter Corona-Bedingungen für sie bedeutet. Ein Mädchen sagte: „Natürlich wollen wir gesund bleiben. Gleichzeitig gibt es aber viel zu wenige Lehrer. Desinfektionsmittel fehlt. Uns geht das auf die Nerven.“ Sie fragte: „Warum werden die Schülerinnen und Schüler nicht getestet, bevor sie in die Schule gehen?“ Die Forderung nach kostenlosen Tests für Jugendliche wurde unterstrichen.

 

Im Laufe der Kundgebung machte Rechtsanwalt Peter Weispfenning, der einige klagende Bergleute vertritt, die Nachricht bekannt, dass das Landesarbeitsgericht an die RAG geschrieben hat. Inhalt des Schreibens: So wie die RAG die Sache bisher begründet, sieht es schlecht für das Kohlemonopol aus und es werde die Prozesse wohl verlieren! Die RAG habe jetzt bis zum 3. September Zeit, sich etwas Neues einfallen zu lassen.

 

Ingrid Lettmann berichtete vom Kampf ihres Mannes, um die Anerkennung seines durch Asbest ausgelösten Krebses. Sie erzählte, dass so die Rechtsprechung in Deutschland aussieht: Der Arbeiter muss genau nachweisen, mit welchen Stoffen er vor 20 Jahren einmal gearbeitet hat, und die Konzerne können erklären, dass das nicht der Fall gewesen sei.

 

Im Gespräch mit den jugendlichen Zuhörern wurde von diesen interessiert aufgenommen, was für eine Hypothek die Flutung der Zechen für ihre Zukunft und die ihrer Kinder darstellen wird. Neben den Schäden an der Umwelt hat diese Politik der verbrannten Erde und der vergifteten Böden der RAG auch wirtschaftliche Folgen. Viele Industriebetriebe wollen sich auf diesen Brachen gar nicht mehr ansiedeln.

 

Bodo Urbat, Vertreter des Kommunalwahlbündnisses Essen steht AUF, griff in diesem Zusammenhang die rassistische Hetze der AfD an und entlarvte deren Parole „Der Norden ist voll“ als Volksverhetzung. Geht es nach diesen Hetzern, wird die von Monopolen wie der RAG zu verantwortende schlechte Lage der Menschen in den Essener Stadtteilen mit den Flüchtlingen „erklärt“, und diese werden zu Sündenböcken gemacht. Rote Fahne News wird weiter berichten!