Philippinen

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Morde an Aktivistinnen und Aktivisten

Randall Echanis (71), Aktivist seit der Marcos-Diktatur, wurde am 10. August in seiner Wohnung in Quezon City ermordet aufgefunden.

Von Deutsch-Philippinische Freunde
Morde an Aktivistinnen und Aktivisten
Zara Alvarez (foto: DPF)

Randall war Vorsitzender von Anakpavis, einer Parteiliste für Bauern und Arbeiternnen und Arbeitern und seit 2002 als Friedensberater der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen bei den Friedensgesprächen. Er war dreimal inhaftiert worden: Unter der Marcos-Diktatur, unter Corazon Aquino und Gloria Arroyo. Mit ihm wurde sein Nachbar Louie Tagapia ermordet.

 

Die Angehörigen von Randall erlebten mehrere Schikanen durch die Polizei, die zunächst für zwei Tage den Leichnam beschlagnahmte und zudem den Verdacht auf Personen lenkte, die vielleicht einen persönlichen Groll gegen den Nachbarn hätten.

 

Mitglieder von Anakpavis und NUPL (fortschrittliche Anwältinnen und Anwälte) glauben jedoch, dass die Morde das Werk staatlicher Sicherheitskräfte waren. Sie fordern eine Untersuchung durch die Menschenrechtskommission oder andere unabhängige Stellen.

 

Am 17. August wurde die 39j-ährige Zara Alvarez, Menschenrechtsaktivistin von KARAPATAN in Bacolod City/Negros, ermordet. Sie war Lehrerin und alleinerziehende Mutter einer elfjährigen Tochter, außerdem Leiterin von Kampagnen und Schulungen in Negros. Während der Pandemie beteiligte sie sich an Hilfsaktionen des kommunalen Gesundheitsprogramms.

 

Von 2012 bis 2014 war Zara aufgrund einer gefälschten Anklage inhaftiert gewesen, gegen Kaution freigelassen worden und erst letztes Jahr freigesprochen worden. Im Jahr vor ihrer Ermordung hatte Zara zahlreiche Drohungen von Seiten des Militärs erhalten.

 

KARAPATAN verurteilt den Mord an Zara, ebenfalls hat IWA (International Womens´ Alliance) einen Nachruf geschrieben, indem sie Gerechtigkeit für Zara und alle Opfer außergerichtlicher Hinrichtungen fordert.