Libanon

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Aktivisten kritisieren "neokoloniale Heuchelei" von Macron

Als erster westlicher Regierungschef besuchte der französische Präsident Emmanuel Macron am 6. August das zerstörte Beirut. Er versprach Hilfe und Unterstützung für die vor Trümmern, toten und verletzten Angehörigen stehende Bevölkerung. Viele Libanesen vermuten dahinter aber zu Recht die imperialistischen Interessen Frankreichs. Ein Palästina-Kollektiv in Frankreich schreibt dazu:

Palästina-Kollektiv aus Toulouse (Frankreich)

„Währenddessen sind die imperialistischen Mächte, die weiterhin Sanktionen gegen den Libanon sowie das benachbarte Syrien verhängen, die erheblich zur Finanzkrise beitragen, bestrebt, einen potenziellen Gewinn aus den Verwüstungen im Libanon zu ziehen.


Bei seinem Besuch in Beirut am Donnerstag, 6. August, behauptete der französische Präsident Emmanuel Macron, er sei anwesend, um humanitäre Hilfe in den Libanon zu bringen, der sich bereits in einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe befindet. Die Ankunft des französischen Präsidenten verlief jedoch nicht reibungslos.

 

Viele libanesische Journalisten und Aktivisten prangerten die von Macron demonstrierte neokoloniale Heuchelei an und betonten, sein Ziel sei es, dem Land "Strukturreformen" gemäß den Anforderungen des Internationalen Währungsfonds aufzuzwingen.


Das vielleicht deutlichste Beispiel für Macrons Doppelzüngigkeit ist die andauernde Inhaftierung von Georges Ibrahim Abdallah1 durch Frankreich, der seit 1984 vom französischen Staat in Haft gehalten wird und seit 1999 freigelassen werden könnte. ...


In der Tat wurden Macrons Besuche auf den Straßen von Gemmayzeh in der verwüsteten libanesischen Hauptstadt von Jugendlichen wiederholt mit Rufen nach 'Freiheit für Georges Abdallah' begrüßt. Sie weigern sich, von Frankreich erneut als Kolonialherren behandelt zu werden. Sie sehen Georges Abdallah als Symbol der arabischen und antiimperialistischen Würde, der Widerstandsfähigkeit und des Widerstands an.“

 

(Eigene Übersetzung, Quelle: „Collectif Palestine Vaincra“, Mitglied des Samidoun Network in Toulouse/Frankreich)