Ulm

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Schweigeminute für Ebru Timtik beim Aktionstag

Über 50 Menschen war es wichtig, den Widerstand gegen Rassismus, Antikommunismus und Abschiebungen auf die Straße zu bringen. Wir waren hartnäckig trotz Regen und obwohl wir keinen Strom für die Technik hatten.

Korrespondenz
Schweigeminute für Ebru Timtik beim Aktionstag
Engagierte Redebeiträge bei der erfolgreichen Kundgebung in Ulm (rf-foto)

Die Redebeiträge von REBELL, YDG, ATIK und MLPD zeigten auf, dass Rassismus ein Werkzeug der Herrschenden ist, um Widerstand und Kämpfe zu spalten. Flüchtlinge der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Ellwangen hatten eine Delegation zur Kundgebung geschickt, die selbständig mit dem Zug nach Ulm gefahren war, um über die Missstände zu berichten.

 

Einige sind dort seit Jahren kaserniert ohne Aussicht auf Bleiberechte, auf Arbeitserlaubnis, auf Umzug in eine würdige Wohnumgebung, weil sie angeblich aus einem "sicheren Herkunftsland" stammen. Sie werden als Menschen zweiter Klasse behandelt.

 

Aktivisten von Solidarität International waren angereist, um Flyer zu verteilen und selbstgefertigte Masken zu verkaufen. Die Masken waren gespendet, der Erlös kommt der Unterstützung der Flüchtlinge im völlig überfüllten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos zugute - eine Solidaritätsaktion von SI. Wir hielten eine Schweigeminute ab, im Gedenken an die türkische Anwältin Ebru Timtik, die nach 238 Tagen Hungerstreik gestorben war. Sie hatte ein faires Verfahren erzwingen wollen.

 

Trotz des Regens und der fehlenden Lautsprecherunterstützung blieben einige Passanten stehen, einige sogar die ganze Zeit, und hörten sich die Reden und Berichte an. Es kamen neue Unterschriften für die Bewegung "Gib Antikommunismus keine Chance!" zusammen.