Corona-Pandemie

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Söders "Testoffensive" - viel Schaumschlägerei

Als Urlaubsrückkehrer aus Italien wollte ich mich auch ohne Symptome in Augsburg testen lassen. Nach dem Testkonzept Bayerns vom 1. Juli ist dies für alle Menschen kostenlos möglich.

Korrespondenz aus Augsburg

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat kräftig zur eigenen Profilierung dafür die Werbetrommel gerührt und seinen eingeschlagenen Weg mit massenhafter Testung als vorbildlich verkauft. Übrigens eine Forderung, die die MLPD schon relativ früh als wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie aufgestellt hat.

 

Aber Herr Söder hatte leider vergessen, auch die effektive Umsetzung in die Wege zu leiten, was auch bereits bei Testungen an den Grenzen zu erheblichem Chaos und zur Forderung nach Rücktritt der bayerischen Gesundheitsministerin geführt hat.

Ärzte sauer auf "Obertester" Söder

Ein ähnliches Chaos erwartete mich aber auch in Augsburg. Die angerufenen Ärzte konnten Termine frühestens in drei Tagen oder auch Wochen anbieten. Das Testzentrum des Gesundheitsamtes wurde geschlossen, weil ein Konzept der Landesregierung zur Einrichtung von Testzentren für die massenhaften Testungen fehlt.

 

Bei einem Labor, dass auf eigene Initiative ein Testzentrum eingerichtet hatte, musste ich wie viele andere über vier Stunden in der Schlange stehen, um einen Test zu erhalten. Die durchführenden Ärzte waren auch entsprechend sauer auf "Obertester" Söder und die Landesregierung.

Spahn befeuert Krisenchaos

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat jetzt zum Rückzug von der massenhaften Testung geblasen, mit der Begründung, dass die Testkapazitäten nicht ausreichen. Der Geschäftsführer der Diagnostica-Industrie Martin Walger wies zurück, dass es generell Lieferengpässe gebe, nur 16 Prozent der Labore hätten Engpässe für einzelne Komponenten.

 

Das wirkliche Problem liegt im Krisenchaos dieses Systems und der Krise des Krisenmanagements von Bundesregierung und Landesregierungen. Auch laufen manchen Politikern die "Kosten für die Testungen aus dem Ruder". Zur Erhöhung der Einnahmen hat Ministerpräsident Söder jetzt das Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht auf 250 Euro erhöht.