Bergkamen

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Sofortige Stilllegung von „M&R Recycling“ und „innogy“-Holzverbrennung!

In den letzten Tagen kam an die Öffentlichkeit, dass im Industriegebiet nördlich der Erich-Ollenhauer-Straße in Bergkamen in Pflanzen erhöhte PCB-Werte gemessen wurden. Die Anwohner in der Umgebung werden aufgefordert, bis auf Weiteres kein Blattgemüse aus eigenem Anbau mehr zu verzehren.

Von Pressemitteilung von BergAUF
Sofortige Stilllegung von „M&R Recycling“ und „innogy“-Holzverbrennung!
1. Mai 2019 (foto: BergAUF)

In Frage kommen als mögliche PCB-Emittenten vor allem die Firma „M&R Recycling“, eine Tochter des weltweit tätigen Entsorgungsunternehmens Remondis aus Lünen/Selm. Die Erfahrung zeigt, dass beim Recyceln von Elektroschrott PCB frei wird, wenn nicht äußerst sorgsam damit umgegangen wird. Negative Beispiele sind die Firma Envio in Dortmund und die Firma Richter-Recycling aus Essen-Kray, die beide wegen extrem hohen PCB-Emissionen stillgelegt wurden – leider erst nach massivem Protest der Bevölkerung.

 

Aber auch bei der Verbrennung von kunststoffbeschichteten Hölzern wie im sogenannten „Biomassekraftwerk“ wird PCB frei, weil es erst bei Temperaturen über 1.000 Grad Celsius zerfällt. Da dort mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet wird und die Filteranlagen nicht dafür ausgelegt sind, diese Feinst-Stäube zu erfassen, kommt auch das Kraftwerk als Quelle der PCB-Belastung in Frage.

Weder Stadtrat noch Bürger informiert

So richtig es ist, bis zum Frühjahr weitere Untersuchungen anzustellen, so nachlässig und unzumutbar ist es, diese Betriebe weiterlaufen zu lassen und damit die PCB-Belastung höchstwahrscheinlich weiter zu erhöhen. „Wir protestieren auch entschieden dagegen, dass bis Anfang der Woche weder der Rat der Stadt Bergkamen noch die Bevölkerung über diese bereits Ende 2019 festgestellte Belastung informiert wurde", so Claudia Schewior, Fraktionsvorsitzende von BergAUF Bergkamen.

 

PCB gehört zum „dreckigen Dutzend“ der giftigsten Stoffe, die die Menschheit kennt. Bereits im Nanogramm-Bereich sind sie mittel- und langfristig krebserregend und schädigen das zentrale Nervensystem. Sie können vom menschlichen Körper nicht abgebaut werden. Deshalb ist die Einbringung von PCB in die Natur seit der Stockholmer Konferenz von 2004 weltweit (außer in den USA und China) strengstens verboten.

"Sofortige Stilllegung der beiden Betriebe!"

Claudia Schewior, die auch Spitzenkandidatin von BergAUF bei der diesjährigen Kommunalwahl ist, fordert, sofort zu handeln: „Neben der jahrelangen PCB- Einleitung in die Lippe über das Grubenwasser liegt hier eine weitere Umweltvergiftung vor. Das Dezernat 52 der Bezirksregierung ist aufgefordert, per sofortiger Verfügung die beiden Betriebe solange stillzulegen, bis die Quelle der PCB-Belastung gefunden ist. Selbstverständlich unter der Verpflichtung zur Fortzahlung der Löhne und Gehälter der Beschäftigten! Auch Remondis mit seinem Saubermann-Image wäre gut beraten, aus eigenem Interesse den Betrieb stillzulegen. Alle in diesen Betrieben Beschäftigten müssen sofort die Möglichkeit erhalten, sich unabhängig auf PCB im Blut und Fettgewebe untersuchen zu lassen. Nach Erfahrungen im Bergbau und bei Envio sind die Beschäftigten jeweils besonders betroffen.“

Entschiedener Protest angesagt

Im Gespräch mit Werner Engelhardt, Bürgermeisterkandidat von BergAUF, erklärte Herr Jungmann vom Dezernat 52 dagegen: „Für eine Schließung des Betriebs sei es viel zu früh.“ Das ist für uns nicht akzeptabel. Werner Engelhardt, der sich seit Jahrzehnten für die Aufklärung über die Gefahren durch PCB und gegen die Einleitung in die natürliche Umwelt einsetzt, erklärt: „Gerade, weil PCB nicht unmittelbar zu Krankheit und Tod führt, werden Vergiftungen wie bei den Bergleuten heutzutage oft heruntergespielt. Langfristig hat es aber verheerende Auswirkungen mit steigenden Krebsraten usw.“

 

Wieder einmal ist entschiedener Protest von Anwohnern und Beschäftigten notwendig, damit sich etwas ändert!

 

Weitere Informationen finden Sie unter: bergauf-bergkamen.de