Tarifrunde

Tarifrunde

ver.di beschließt Forderungen für den öffentlichen Dienst

Gestern, am 25. August, tagte die Große Tarifkommission von ver.di und beschloss nach längerer organisationsinterner Diskussion folgende Forderungen:

Korrespondenz
ver.di beschließt Forderungen für den öffentlichen Dienst
Ver.di-Frauen: Mit vorne dran bei kämpferischen Tarifauseinandersetzungen (rf-foto)

- 4,8 Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 150 Euro bei einer 12-monatigen Laufzeit des Tarifvertrags

- Erhöhung der Azubi- und Praktikantenvergütungen um 100 Euro und Verpflichtung zur Übernahme1

- die Angleichung der Arbeitszeit im Osten von 40 auf 39 Stunden pro Woche sowie eine Senkung und Angleichung der Arbeitszeiten der Beamten von 41 auf 40 Stunden

- eine Verlängerung und Verbesserung der Regelungen zur Altersteilzeit und zusätzliche freie Tage zur Entlastung.

 

Die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Forderungen steht noch an. Zudem wurde ein eigener Verhandlungstisch für Pflegeberufe im Rahmen der Tarifverhandlungen beschlossen. Frank Wernecke, Vorsitzender von ver.di, bekräftigte, die Beschäftigten ließen sich von den kommunalen Arbeitgebern nicht „vors Schienbein treten“. Den tarifpolitischen Konflikt fürchte ver.di nicht.2

Umfrage unter Kita-Beschäftigten: Große Bereitschaft, zu streiken

Zur Beschlussdebatte der Tarifkommission konnten sich sogenannte ver-di-Tarifbotschafterinnen und -botschafter3 per Chat zuschalten. Eine Botschafterin aus Thüringen berichtet: „Richtig ist auf jeden Fall, dass wir hier gar nicht mit 'Nullrunden' oder Verzicht anfangen, sondern trotz Krise und Corona für klare Verbesserungen antreten!

 

Ich hatte vor dem Video-Chat meine Kolleginnen und Kollegen in der Kita befragt: Ihnen war die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich am wichtigsten, gefolgt von mehr Entgelt – die Forderungen bewegten sich zwischen 6,5 und 15 Prozent. Die meisten sagten, sie seien auch bereit, dafür zu streiken. Dabei war auffällig, dass sie das Argument der 'leeren' kommunalen Kassen wenig beeindruckte. Für die Lufthansa und andere Konzerne würden Milliarden ausgegeben – warum solle dann für die 'Heldinnen und Helden des Alltags' kein Geld da sein?“

 

Umso wichtiger ist es jetzt, den Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft mit Warnstreiks und Streiks aktiv vorzubereiten. Am 1. September (dann 19./20. September und 22/23. Oktober) starten in Potsdam die Tarifverhandlungen. Sie sollen von ersten - Corona-sicheren - Aktionen begleitet werden.