Stahlarbeiter

Stahlarbeiter

Weg mit der angedrohten Massenrepression bei Thyssenkrupp!

Mit ihrem selbständigen Streik für die unbefristete Übernahme von zwei Kollegen mit Zeitverträgenhaben die Kolleginnen und Kollegen aus dem Kaltwalzwerk 1 (KW1) von Thyssenkrupp ein wichtiges Signal gesetzt. Der Streik hat den Vorstand getroffen und in die Defensive gedrängt.

Korrespondenz
Weg mit der angedrohten Massenrepression bei Thyssenkrupp!
Auch Peter Römmele, Stahlarbeiter und Landesvorsitzender der MLPD Nordrhein-Westfalen, erhielt vor einem Jahr eine schriftliche Abmahnung, weil er Kollegen aufforderte, bei der Europawahl wählen zu gehen (rf-foto)

Über 100 Kolleginnen und Kollegen hatten während der Arbeitszeit unter anderem durch die Teilnahme an Kundgebungen am Tor den Kampf unterstützt. Ihnen wurde die Zeit abgezogen und jetzt sollen als erstes etwa 20 Kollegen von Schicht 3 gemaßregelt werden. Dazu will die Personalabteilung Anfang September mit ihnen ein „Personalgespräch“ führen. Diese Repressalien müssen vom Tisch! Wer einen angreift, greift alle an und bekommt es mit allen zu tun!


Thyssenkrupp plant, den Stahlbereich bis Ende des Jahres zu verkaufen oder mit einem anderen Stahlbetrieb zu fusionieren. Damit stehen wieder Tausende Arbeitsplätze auf der Abschussliste. Ein konzernweiter Streik mit den Stahlarbeitern an der Spitze ist notwendig, um erfolgreich den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz zu führen.


Deswegen soll der Streik im KW1 keine Schule machen. Dass der Streik dem Vorstand in die Knochen gefahren ist, zeigt sich daran, dass jetzt eine Reihe von befristet Eingestellten doch übernommen wurde, andere einen Jahresvertrag bekommen haben. Deshalb bleiben die Kaltwalzwerker bei ihrer Forderung: der jetzt arbeitslose entlassene Kollege muss übernommen werden!


Der Streik hat in kurzer Zeit eine breite Solidarität erfahren. Es ist eine üble antikommunistische Hetzte, wenn jetzt hintenherum verbreitet wird, die MLPD hätte dabei „ihr Süppchen gekocht“. Gemeint ist damit, dass sie aus rein parteiegoistischen Motiven handeln würde. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn die MLPD "eine Suppe kocht", dann die Suppe der Solidarität, die Suppe der Zusammenarbeit auf Augenhöhe und die Suppe der Bestärkung der Arbeiter im Vertrauen auf die eigene Kraft.

 

Die streikenden Kolleginnen und Kollegen sind selbstbewusste Menschen, die einen eigen Kopf haben – sie haben alle Entscheidungen demokratisch getroffen. Die MLPD sieht ihre Aufgabe als revolutionäre Arbeiterpartei darin, den Arbeiterinnen und Arbeitern zu helfen, Kämpfe vorzubereiten und zu führen.


Und es ist auch nicht einzusehen, dass Konzerne tausende Arbeitsplätze vernichten, Kolleginnen und Kollegen mit Zeitverträgen und Leiharbeiter einfach auf die Straße werfen, gleichzeitig aber weder Streik noch politische Betätigung im Betrieb erlaubt sein soll? Die Betriebsgruppe der MLPD tritt entschieden gegen jede Maßregelung der Kollegen ein und fordert: Weg mit den Repressalien, keine Abmahnung der Streikaktivisten und volle Bezahlung der Streikzeit! Jetzt gilt es, die breite Solidarität mit den Kollegen aus dem KW1 zu organisieren!