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AUF bei FFF: Nicht eingeladen, aber in aller Munde

Zur Erinnerung: Celina Jacobs vom Jugendverband REBELL hatte als Erste die Initiative ergriffen, die Fridays-for-Future-Bewegung auch in Gelsenkirchen auf die Straße zu bringen, wo zunächst im Unterschied zu vielen anderen Städten lange Zeit nichts in die Richtung geschehen war. Ein voller Erfolg, 250 Jugendliche kamen zur ersten Demo, die WAZ berichtete sachlich.

Von Pressemitteilung von AUF Gelsenkirchen
AUF bei FFF: Nicht eingeladen, aber in aller Munde
Foto: AUF Gelsenkirchen

Die kapitalismuskritische Richtung in dieser Gelsenkirchener FFF-Bewegung passte so manchem selbsternannten 'grünen' Organisator nicht und es wurde eine zweite Gelsenkirchener FFF-Gruppe aufgestellt. Diese nun hat die Gelsenkirchner OB-Kandidatinnen und -Kandidaten eingeladen, ihre Positionen zu Umweltfragen darzulegen. Mit einer Presseerklärung nimmt der nicht eingeladene Stadtverordnete von AUF Gelsenkirchen, Jan Specht, Stellung:

 

Es war ein Armutszeugnis, was SPD, CDU, Grüne und FDP zu bieten hatten. Da ging es von Ranken an Laternen zu Trinkbrunnen, aber wie die drohende Klimakatastrophe gestoppt werden kann, darauf gab es nur ausweichende Antworten und die Beteuerung, dass es ja kompliziert sei. Entsprechend wenig Stimmung kam bei den rund 20 bis 30 Schülern auf. Da half auch die Anbiederung an die Beiträge der Satirepartei Die Partei durch die Kandidaten und Kandidatinnen von SPD, Grünen und CDU nicht weiter.

 

An der Diskussionsrunde mit den OB-Kandidaten und -Kandidatinnen auf dem Heinrich-König-Platz beteiligten sich auch Celina Jacobs und Jan Specht von AUF Gelsenkirchen. "Ich meine, dass einiges zur Anpassung an den Klimawandel gesagt wurde, aber die Hauptverursacher wie BP und Uniper aus der Schusslinie genommen wurden. Die Frage ist doch, wie bei den Wasserstoff-Plänen im Norden sichergestellt wird, dass er mit neuen Energien hergestellt wird - also grüner Wasserstoff", wandte sich Jan Specht an Podium und Publikum.

 

Ali Akyol von WIN brachte lobend ein, dass es die Vertreter von AUF waren, die als erste einen Antrag zum Klimanotstand eingebracht haben. Celina Jacobs kritisierte, dass AUF Gelsenkirchen nicht eingeladen worden war: "Ich selbst habe FFF in Gelsenkirchen initiiert. Ich denke, es hat was damit zu tun, dass ich im Jugendverband REBELL bin. Ist Ihnen Antikommunismus oder Klimaschutz wichtiger?" Wollte zuerst keiner der Kandidatinnen und Kandidaten antworten, so fiel dem FDP-Vertreter nichts Besseres ein, als die Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage anzupreisen. Auf Nachfrage ergänzte er, dass er gegen Kommunismus und für Klimaschutz gesprochen habe. Was man der FDP glauben kann, zeigt sich daran, dass sie sich bislang darin hervorgetan hat, die wachsende Zahl von Extremwetterereignissen zu leugnen und im Umweltausschuss Gelsenkirchen durch Abwesenheit zu glänzen.

 

David Fischer von den Grünen meinte er sei für "Ziele, damit man sich in der Zukunft rechtfertigen muss, wenn man sie nicht erreicht." So baut er sich jetzt schon seine Rechtfertigung, die ohnehin zu niedrigen Klimaziele sowieso nicht zu erreichen. AUF meint: Ziele sind da, um sie zu erreichen! Die Einlader haben in Sachen Demokratie noch einiges zu lernen: Nicht nur, dass sie AUF nicht eingeladen haben. Der Anmelder hetzte auch noch die Polizei auf AUF-Wahlkämpfer, weil sie außerhalb der Kundgebung Flugblätter verteilten. In ihren Wahlprüfsteinen berücksichtigen sie nur die 'großen' Parteien. Eine ziemliche Anmaßung, den Jugendlichen die Auswahl so einzuschränken.

 

Stadtverordneter AUF Gelsenkirchen
jan.specht@auf-gelsenkirchen.de