Tübingen

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Friedensbewegung muss mit dem Antikommunismus fertig werden

60 bis 70 Friedensbewegte trafen sich am 1. September auf dem Tübinger Holzmarkt zur Antikriegstagskundgebung.

Korrespondenz

Das Spektrum war breit: vom Friedensplenum, evangelischen und katholischen Friedenskämpfern über VVN, Informationsstelle Militarisierung bis Courage. Erstmals sprach auch eine Vertreterin des DGB, was viele begrüßten.

 

Außerdem sprachen eine engagierte Christin, ein Vertreter der IMI, eine Vertreterin des Frauenverbands Courage und andere. Courage erinnerte mit Rede und großen Bildern an acht Frauen von vor dem I. Weltkrieg bis heute und aus verschiedenen Ländern, die für Frieden und gegen Krieg kämpf(t)en, unter anderem auch Rosa Luxemburg.

 

Obwohl die MLPD seit Jahrzehnten bei der Vorbereitung des 1. September mitarbeitet, durfte sie erneut keine Rede halten, weil eine Zusage aus antikommunistischen Gründen undemokratisch zurückgezogen wurde. Dagegen protestierten die Vertreter der MLPD in aller Deutlichkeit.

 

Eine MLPD-Rede fehlte wirklich! Auf der Welt ist vieles in Bewegung und die Kriegsgefahr so akut wie kaum je zuvor. Da sollte sich die Friedensbewegung am Antikriegstag doch damit auseinandersetzen, sich vorwärts entwickeln und nicht antikommunistisch spalten lassen. Es gab einen MLPD-Infostand, der Interesse weckte.

 

Eines der Lieder der Kundgebung war ein neuer Text zur Melodie des antifaschistischen Lieds "Die Moorsoldaten" zum Thema Flucht.