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"Kriege gehören zum Imperialismus wie Regen zu Wolken"

Auf Initiative des Internationalistischen Bündnisses Essen-Mülheim fand gestern auf dem zentralen Kennedyplatz in der Essener Innenstadt eine lebendige Kundgebung zum Antikriegstag statt.

Korrespondenz
"Kriege gehören zum Imperialismus wie Regen zu Wolken"
MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner bei Antikriegstagskundgebung in Essen (rf-foto)

Etwa 40 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zahlreiche Passanten verfolgten die Beiträge. Eine besondere Rolle spielte in Beiträgen vom Frauenverband COURAGE und der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF die Solidarität mit dem Kampf des Volkes von Belarus, wo sich die Bergarbeiter des Kalibergbaus und die Frauen an die Spitze des Kampfes für Freiheit und Demokratie gestellt haben.

 

Eine Genossin von BIR-KAR (Plattform für die Einheit der Arbeiter und Freundschaft der Völker) hoben hervor, dass Kriege zum Imperialismus gehören, wie Regen zu Wolken, und dass der Imperialismus revolutionär überwunden werden muss. Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, begann ihren Beitrag mit einer Darstellung der Prinzipien und Erfolge der sozialistischen Friedenspolitik der ehemals sozialistischen Länder. Angesichts der Tatsache, dass wir seit Jahrzehnten noch nie so sehr der Gefahr eines neuen Weltkriegs ausgesetzt waren, betonte sie die Notwendigkeit einer intensiven Überzeugungsarbeit, damit die Friedensbewegung deutlich stärker wird.

 

Das Wahlbündnis „Essen steht AUF" berichtete von einer Strafanzeige gegen die AfD Essen wegen Volksverhetzung. Anlass ist ein AfD-Plakat zur Kommunalwahl mit dem rassistischen Slogan „Der Norden ist voll". Gemeint ist damit der Essener Norden, den die AfD von Migranten "säubern" (!) möchte. Auch verschiedene Seiten der Faschisierung des Staatsapparats wurden beleuchtet, insbesondere der strukturelle Rassismus im Polizeiapparat und die Duldung von faschistischen Aufmärschen wie der sogenannten „Steeler Jungs".

 

Der Vertreter des Internationalistischen Bündnisses berichtete von ersten Erfolgen durch hartnäckigen Protest und Aufklärung. Er kritisierte die Stadtspitze scharf, die trotz schönen Worten nichts dagegen unternimmt, und sich lieber als Kämpfer gegen die „Clankriminalität" inszeniert. Gleichzeitig berichtete er von körperlichen und juristischen Attacken der Polizei gegen aktive Antifaschisten und kündigte an, den Kampf fortzusetzen, bis die Faschisten auch in Essen einpacken. Für die Finanzierung der hohen Prozesskosten wurden 150€ Spenden gesammelt.

 

Eine Kollegin aus einem Essener Großbetrieb kritisierte, wie auch ihr Sohn von der Bundeswehr umworben wird, sich doch in unsicheren Zeiten einen (tod)sicheren Job bei der Bundeswehr anzutun. Weitere Arbeiter berichteten, wie sie sich erfolgreich gegen politische Maßregelungen aufgrund ihrer antirassistischen und antifaschistischen Aktivitäten im Betrieb zur Wehr setzen konnten.

 

„Wir brauchen einen langen Atem und müssen uns besser organisieren, dann werden wir auch eine Welt ohne Kriege, Ausbeutung und Unterdrückung erkämpfen!", fasste ein Teilnehmer sein Resümee zusammen.