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Sportlerinnen und Sportler wenden sich gegen Rassismus und Trump

In den US-Profiligen gab es in den letzten Tagen mit zahlreichen Spielboykotten eine noch nie dagewesene Protestwelle.

Korrespondenz

Die Milwaukee Bucks hatten letzte Woche das Playoff-Spiel gegen Orlando Magic boykottiert und damit im US-Sport die Protestwelle ausgelöst. In der Frauen-Basketball-Liga WNBA haben die Spielerinnen mehrere Tage gestreikt. «In den vergangenen zwei Tagen haben die WNBA und die Spielerinnen pausiert und sowohl als Individuen als auch als Kollektiv über die Ungleichheiten in unserer Gesellschaft nachgedacht», sagte WNBA-Chefin Cathy Engelbert. Man unterstütze die Spielerinnen vollkommen, wenn sie weiter ihre Stimmen erheben würden. Zum Wochenende hin wird ein Teil der Sportveranstaltungen wieder aufgenommen.

 

Die Baseball-Spieler der Houston Astros und der Oakland Athletics sind in der Nacht auf Samstag nach einer Protestaktion nicht zu ihrer Partie angetreten. Damit schlossen sich die Mannschaften der Protestserie zahlreicher Sportler aus verschiedenen US-Ligen an. Zunächst legten Spieler beider Teams Trikots mit der Nummer 42 und ein «Black Lives Matter»-Shirt auf dem Spielfeld nieder, um an Jack Robinson zu erinnern. Der ehemalige Baseball-Spieler schrieb 1947 Sportgeschichte, da er als erster schwarzer Spieler seit 1884 in der MLB auflaufen durfte. Die Profis, die ebenfalls Trikots mit der Nummer 42 trugen, hielten eine Gedenkminute ab. Anschließend verließen sie geschlossen das Feld. Schon am Tag zuvor hatten sich die New York Mets und die Miami Marlins für eine ähnliche Aktion entschieden.

 

Die Sportlerinnen und Sportler protestieren mit ihrem Boykott gegen die ultrareaktionäre rassistische Politik von US-Präsident Donald Trump, der darob in wüste Hetze ausbrach. Auslöser der weitreichenden Proteste in mehreren US-Profiligen waren die Polizeischüsse auf Jacob Blake. Vorbild war der ehemalige Footballspieler Colin Kaepernick, der sich am 14. August 2016 vor einem Trainingsspiel zur amerikanischen Nationalhymne nicht erhob. "Ich werde nicht aufstehen und Stolz für eine Fahne demonstrieren, die für ein Land steht, das Schwarze und andere Farbige unterdrückt.“ Sein mutiger Protest kostete ihn seine Karriere. Am 21. April 2018 wurde Kaepernick von Amnesty International für sein Verhalten als "Botschafter des Gewissens" ausgezeichnet.