Nordrhein-Westfalen

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Wer steht hinter der Partei „Tierschutz hier“?

Die Partei "Tierschutz hier" hat in Gelsenkirchen breit plakatiert. Für AUF Gelsenkirchen haben Jan Specht, Stadtverordneter von AUF, und Dieter Grünwald, AUF-Kandidat in Scholven und Sprecher der Umweltgewerkschaft, die Hintergründe dieser Partei genauer unter die Lupe genommen.

Pressemitteilung

Die Partei "Tierschutz hier" kandidiert erstmals in Gelsenkirchen, daneben auch in Düsseldorf, Neuss und Duisburg. Der Hintergrund dieser Partei wirft viele Fragen nach der Seriosität auf. Sie ist nicht identisch mit der Tierschutzpartei (Partei für Mensch, Umwelt, Tierschutz).

 

Im Düsseldorfer Rat ist sie vertreten, wo sie eine gemeinsame Fraktion mit den „Freien Wählern“ bildet. Bei den „Freien Wählern“ wiederum spielt ein Torsten Lemmer eine wichtige und zwielichtige Rolle. Laut Wikipedia verkündete er 2001 seinen Ausstieg aus der Neonaziszene, er publizierte Bücher für Aussteiger. Zu einem solchen begrüßenswerten Engagement für Aussteiger stellen sich bei ihm bis heute viele Fragen. Die NRZ Düsseldorf berichtet am 4.7.2020 über ein Interview: „Auch heute nehmen ihm einige den Ausstieg nicht ab“.

 

2009 wurde Lemmer wegen Volksverhetzung vom Landgericht Düsseldorf zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung rechtskräftig verurteilt, in seiner Wohnung wurden CDs mit diversem rechtslastigem Inhalt gefunden. Er war auch 2002-2006 als Mitarbeiter eines Rechtsrock-Labels tätig, was er nach seinem Ausstieg jahrelang bestritten hatte.

 

Dass Thorsten Lemmer jetzt auf Platz 1 der „freien Wähler“ in Düsseldorf steht und gleichzeitig als Wahlkampfberater für die Partei „Tierschutz hier“ auf Landesebene und auch auf Bundesebene fungiert mit sehr lobenden Worten von Rudolf Görg, dem Bundesvorsitzenden von „Tierschutz hier“ (NRZ 17.7.2020), sollte nach Meinung von AUF die Alarmglocken läuten lassen.

 

Wissen die Gelsenkirchener Kandidaten von „Tierschutz-hier“ über diese Zusammenhänge, und warum distanzieren sie sich dann nicht von einem solchen Wahlkampfberater?

 

Über die Gelsenkirchener Spitzenkandidatin von „Tierschutz hier“, Cornelia Keisel, berichteten 2017 unter anderem der Spiegel und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) im Zusammenhang mit dem Verdacht des intransparenten Umgangs mit den Spendengeldern des Vereins „Kinderwünsche“. Von ihrer Behauptung, sie kooperiere mit der Kinderklinik in Dortmund, will der Klinikchef Rudolf Mintrop nichts wissen, im Gegenteil. „Kinderwünsche hat offensichtlich den Namen der Kinderklinik gekapert, um die Spendenfreudigkeit vor dem Stadion zu erhöhen". (Spiegel 02.09.2017)