Erlangen

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Friseurkette Klier droht Zahlungsunfähigkeit

Die Friseurkette Klier betreibt rund 1400 Salons in Deutschland – auch unter dem Namen Super Cut, Essanelle, Styleboxx oder Hairexpress.

Korrespondenz

Die Filialen von Klier, die oft in Bahnhöfen oder in Einkaufszentren stehen, bleiben laut den Gesellschaftern Michael und Robert Klier geöffnet. Das Familienunternehmen hat jetzt ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Wolfsburg beantragt – dabei handelt es sich um eine Art der Insolvenz. In den kommenden Monaten will das Unternehmen den eingeschlagenen Sparkurs verschärfen. Auch das Filialnetz will die Firma überprüfen.

 

Anfang Juli war ich in einer Filiale von Klier zum Haareschneiden. Ich kam mit der Friseuse ins Gespräch. Sie machte einen verzweifelten Eindruck. Seit 23 Jahren arbeitet sie bei Klier. Sie arbeitet die Pausen durch und auch länger. Sie hat noch nie einen Bonus bekommen. Neulich hat ihr die Managerin eine Abmahnung verpasst, weil sie am Samstag nicht kommt. Ihre Arbeitszeit geht aber nur vom Montag bis Freitag. Es wurden schon Filialen geschlossen. Ein Betriebsrat wurde fristlos entlassen.

 

Ich riet ihr, gegen die Abmahnung Widerspruch einzulegen und notfalls zu klagen. Mehrere Abmahnungen können zur fristlosen Kündigung ohne Abfindung führen. Wer kämpft kann gewinnen!

 

Für Friseure gelten wegen der Corona-Pandemie besonders strenge Vorschriften. Die meisten Friseure halten sich an die Maßnahmen und schützen Kunden und Mitarbeiter. Die Friseursalons der Klier Hair Group hingegen haben ihre Barrieren wieder abgebaut und erhoffen sich so mehr Kunden.

 

Viele Mitarbeiter haben sich beim Betriebsrat beschwert. Sie sagen, dass die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, wenn es keine Kundenbegrenzung gibt. Außerdem sei es ohne offizielle Hinweise schwer, die Kunden zu den Maßnahmen zu verpflichten.