Corona

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Masken ade? Auf keinen Fall!

Der Leserbrief von Anna Bartholomé zur aktuellen Schulpolitik vom 8. September enthält viele wertvolle Gedanken und richtige Forderungen. Allen voran die nach kleineren Klassen und mehr Lehrern! Vielen Dank dafür.

Korrespondenz

Mit einem Punkt sind meine Kolleginnen und Kollegen und ich allerdings überhaupt nicht einverstanden: Dass die Masken im Unterricht abgenommen werden könnten.

 

Das mag stimmen, wenn Abstände eingehalten werden können. Gerade das ist aber in der Realität nicht der Fall. Aus meiner siebten Klasse an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen kann ich berichten, dass wir mit insgesamt 32 Personen in einem Raum von nicht einmal 30 m² sitzen. Man kann sich leicht ausrechnen, dass Abstand von 1,5 m da nicht gewahrt werden kann. Bestimmt kann sich jede und jeder noch an die eigene Schulbank erinnern. Ich wüsste auch nicht, in welcher Schule denn ausreichend Platz vorhanden wäre – außer eventuell in kleinen Kursen. Diese sind aber die Ausnahme.

 

Außerdem wird im Unterricht gesprochen, gelacht, getuschelt, auch mal gerufen – natürlich ist eine Maske da wichtig. Dazu kommt, dass Lehrerinnen und Lehrer jeden Tag mindestens dreimal die Lerngruppen wechseln – also vor immer neuen Lerngruppen stehen. Auch die Schülerinnen und Schüler wechseln die Räume – zurzeit weniger als sonst, aber dennoch ein bis zweimal am Tag - oder sind in differenzierten Lerngruppen wie zum Beispiel im Religions- oder Sprachenunterricht. In neuen Räumen und neuen Lerngruppen gelten dann neue Sitzordnungen, neue unmittelbare Kontaktpersonen.

 

Masken alleine können nicht die Lösung sein, beileibe nicht – sie sind - auch wenn sie unangenehm sind, und das sind sie! - aber Baustein in einem aktuell äußerst notdürftigen System sogenannter „Hygienekonzepte“ an Schulen, der nicht einfach herausgenommen werden darf.

Meinung der Redaktion dazu

Die Rote Fahne Redaktion sagt vielen Dank für diese Einsendung. Wir vertreten die Meinung, dass das Abnehmen der Masken im Unterricht nur unter Einhaltung des nötigen Sicherheitsabstands von mindestens 1,5 Metern machbar ist. Dazu müssen die Klassen halbiert und es muss in Schichten unterrichtet werden. Das fordert übrigens auch das das überparteiliche Kommunalwahlbündnis AUF Gelsenrkirchen.