Gelsenkirchen

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Stoppt Abschiebungen! Keine Abschiebung unseres Freundes Adama Traore!

Unterstützerinnen und Unterstützer von AUF, dem Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International und Solidarität International haben heute, am 8. September, entschieden gegen die Abschiebung von Adama Traore aus Mali protestiert - vor der Flüchtlingsunterkunft und vor Gericht in Gelsenkirchen. Für sein Bleiberecht und seine Zukunftsperspektive!

Von Martina Reichmann (AUF Gelsenkirchen), Alassa Mfouapon (Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International) und Marlies Schumann (Solidarität International Emscher/Lippe)
Stoppt Abschiebungen! Keine Abschiebung unseres Freundes Adama Traore!
Entschiedener Protest von Aktivistinnen und Aktivisten von AUF Gelsenkirchen vor dem Gericht (rf-foto)

Er wurde am frühen Morgen ohne Ankündigung abgeholt und in Gewahrsam genommen. Ihm droht nach Dublin III die Ausweisung nach Italien. Kaltschnäuzig wurde heute vor Gericht entschieden, ihn in Abschiebehaft zu nehmen und in die Abschiebehaftanstalt nach Büren zu bringen. Offensichtlich gelten Grundrechte und Freiheiten weniger, wenn es um die Abschiebung von Flüchtlingen geht!

 

"Menschen abzuschieben, die vor dem Krieg und Unruhen fliehen, weil sie in ihrem Land nicht mehr leben können, ist unmenschlich. Jeder weiß um die katastrophale Lage in Mali. Der verhasste Präsident Keita musste im August 2020 abtreten. Die Menschen in Mali stehen in Massenkämpfen auf gegen Korruption, Wahlbetrug, den Terror durch faschistisch-islamistische Milizen, die massive Verschlechterung ihrer sozialen Lage und Massenarbeitslosigkeit. Sie fordern ein Ende rassistischer bzw. faschistischer Gewaltexzesse gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie das Massaker an 153 Menschen in einem Fulanidorf.

 

Bis vor kurzem wurden Abschiebungen ausgesetzt aufgrund der Corona-Situation. Jetzt geht es wieder los, obwohl die Gefährdung keineswegs gebannt ist. Das ist Ausdruck der reaktionären Politik, wie sie von der EU gegen Flüchtlinge praktiziert wird", so Martina Reichmann von AUF Gelsenkirchen, sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

 

„Wie wir von anderen Geflüchteten wissen, landen in Italien die aus Deutschland abgeschobenen Flüchtlinge oft auf der Straße, bekommen keine Unterkunft und keinerlei Unterstützung und sind nur auf Almosen angewiesen“, berichtet Marlies Schumann von Solidarität International.

 

Adama Traore ist seit vielen Jahren auf der Flucht, lebt seit ca. 1,5 Jahren in Gelsenkirchen. Seine Deutschkenntnisse hat er selbst erworben, Kurse wurden ihm abgelehnt. Sein Wunsch: Eine Ausbildung machen und sich hier ein Leben aufbauen können.