Mannheim

Mannheim

Protest gegen Massenverhaftungen in der Türkei

Ca. 60-80 Menschen überwiegend kurdischer Herkunft aus verschiedenen Organisationen wie dem kurdischen Kulturverein Ludwigshafen-Mannheim, FEDA, Soli-Dem Mannheim, DIDF und MLPD beteiligten sich am 26. September 2020 an einer kurzfristig organisierten Protestkundgebung um 17 Uhr vor dem Hauptbahnhof Mannheim.

Korrespondenz aus Heidelberg
Protest gegen Massenverhaftungen in der Türkei
Protest gegen Verhaftung von HDP-Politikerinnen und -Politikern (rf-foto)

Anlass die Massenverhaftung von 82 Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern der HDP (Demokratische Partei der Völker), darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und Abgeordneten in der Türkei am 25. September 2020 (siehe dazu auch die gestern auf Rote Fahne News veröffentlichte Erklärung der DIDF).

 

In deutscher und kurdischer Sprache protestierten sie gegen diese Terrormaßnahme des faschistischen Erdoğan-Regimes. Die Staatsanwaltschaft Ankara wirft den Verhafteten „die Zerstörung der Einheit des Landes, vorsätzliche Tötung, Plünderung, Entziehung der Freiheit und Sachbeschädigung“ vor. Diese Vorwürfe werden im Zusammenhang mit den Kobanê-Protesten 2014 erhoben. Kurdinnen und Kursen hatten damals in der Türkei gegen die Angriffe des faschistischen IS auf Kobanê protestiert.

 

Als Hintergrund der Verhaftungen sieht die Gruppe Soli-Dem Mannheim aber auch, dass das Regime in einer tiefen Krise stecke. Die türkische Lira habe an Wert verloren, die Inflationsrate betrage offiziell mehr als 10 Prozent. Dazu kommt die rasante Ausbreitung von Corona, was die Regierung nicht unter Kontrolle bekomme. Und hinzu kommt, dass die Türkei Krieg führt im Irak, in Syrien und Libyen und Griechenland bedrohe.

 

Während der Aktion wechselten zwei Exemplare des Rote Fahne Magazins den Besitzer, eine Kollegin unterschrieb für die Landesliste Hessen der MLPD zur Bundestagswahl 2021.