Berlin

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Richtungskampf bei Fridays for Future

Trotz Regen und Kälte demonstrierten in Berlin ca. 20.000 Menschen mit mehreren Fahrraddemos und einem Sitz- und Stehstreik vor dem Brandenburger Tor. Wir von der MLPD, sehr gut unterstützt von der Straßenrockband "Nümmes" waren mitten im Fußgängerstrom am Tiergarten vor Ort.

Korrespondenz
Richtungskampf bei Fridays for Future
Siemensarbeiter bei der FFF-Demo in Berlin (rf-foto)

Unter anderem wurde das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" fünf Mal verkauft. Schön war die Idee einer Genossin, selbstgemalte Postkarten mit zwei umweltbewegten Motiven und den Forderungen der MLPD auf der Rückseite gegen Spenden anzubieten, dafür gab's immerhin über 25 € und viele interessante Gespräche.

 

Interessant war, wie ernsthaft sich die Jugendlichen an die Coronaregeln hielten. Ernsthaft waren auch viele Gespräche, die wir führten - vor allem über den Ausweg aus der kapitalistischen Profitwirtschaft. Das war unser Schwerpunkt und genau richtig. Gegen den Kapitalismus sind ja die meisten - aber "system change" kann vieles bedeuten. Zum Beispiel fragten uns Schüler für eine Reportage, wieso wir den Kommunismus als Lösung auch für die Umweltfrage sehen. Einer hatte die Mär von angeblich 100 Millionen Toten durch den Sozialismus vor Augen, der andere hatte "keine Ahnung", wie er sagte. Am Ende wollten beide das REBELL-Magazin und wir konnten die antikommunistische Manipulation des einen und die Unbedarftheit des anderen etwas aufbrechen.

 

Auffällig ist das Gefühl und die Erfahrung vieler kämpferischer und engagierter Menschen, dass man auf der Stelle tritt und mit Demos und Appellen an "die Politik" nicht weiterkommt, obwohl sich die Klimakrise dramatisch beschleunigt.

 

Das drückt sich auch im Richtungskampf bei FFF aus und z.B. dem Interview mit Luisa Neubauer bei "Aspekte" im ZDF am 25. September abends. Dort sprach sie auf die ausdrücklichen Fragen, welches System sie sich vorstelle anstatt des kapitalistischen Systems von: "Nicht in fatalen Dichotomien" (Zweiteilung) zu denken, sondern eine neue Art und Weise des Wirtschaftens zu erdenken. Sprich: Kein Sozialismus sowie kein "fossiler Kapitalismus", wie sie es nennt, sondern irgendwas dazwischen und dann auch noch sozusagen ausgedacht. Sie reagiert damit auf die zunehmende antikapitalistische Tendenz und will sie auf illusionäre Scheinauswege lenken, um den Gedanken und den Kampf für einen echten Sozialismus zu verstellen.

 

Uns bestärkt das darin, Bewusstsein zu schaffen über den gesellschaftsverändernden Umweltkampf und den revolutionären Kampf für den echten Sozialismus, in dem Mensch und Natur eine Einheit bilden.