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Spannende Waldführung am internationalen Umweltkampftag

Gerade passend zum internationalen Umweltkampftag am 25 September bot der Ferienpark Thüringer Wald in Truckenthal am 23. September seinen Gästen eine Waldführung an. Das wurde natürlich gerne angenommen, zumal jedem in der herrlichen Umgebung die rasant gewachsenen toten Fichtenbestände ins Auge stechen. An allen Waldwegen lagern große Stapel mit gefällten Baumstämmen, und diese werden ständig abtransportiert.

Gelsenkirchener Urlaubskorrespondenz aus Truckenthal
Spannende Waldführung am internationalen Umweltkampftag
Der Ferienpark Thüringer Wald in Truckenthal liegt schön in einem dichtbewaldeten Talkessel. Aber der Wald ist massiv gefährdet. (rf-foto)

Die sehr kompetente Waldführung durch die Hausleiterin und Biologin Dagmar Kolkmann-Lutz bezog sich aber nicht nur auf diese Probleme. Sondern sie führte erst einmal in einem lebendigen Gespräch mit den neun Teilnehmern diese in die riesige weltweite Bedeutung des Ökosystems Wald ein. Dazu stellte sie auch sehr passend das Buch von Stefan Engel vor: "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?"

 

Den meisten war schon bekannt, dass das Zusammenspiel von großer Trockenheit, Schädigung der Bäume und Borkenkäferplage zu sterbenden Fichtenbeständen beiträgt. Es ist aber noch einmal etwas anderes, darüber zu hören, als die - allein im letzten Jahr - enorm gewachsenen Flächen toter Fichtenbestände einerseits und abgeholzter Flächen andererseits zu sehen.

 

Zu einer lebhaften Debatte führte die Frage, was zu tun ist. Ganz allgemein ist klar: Der Schwerpunkt muss auf dem Kampf gegen die drohende globale Umweltkatastrophe, mit ihren Folgen der Trockenheit, der Klimaerwärmung und so weiter liegen. Aber was kann konkret getan werden? Das stellte sich als viel komplizierter heraus, als gedacht. Natürlich ist die Forderung nach Aufforstungsprojekten richtig. So hat die Landesregierung auch 14 Millionen Euro dafür zur Verfügung gestellt. Doch es zeigt sich bereits, dass die ersten Projekte teilweise völlig sinnlos waren. Wenn nämlich in die brottrockenen, vollständig abgeholzten Hänge neue Setzlinge eingepflanzt werden, dann wachsen die erst einmal gar nicht an, sondern verkümmern selbst wieder! Ihnen fehlt das Wasser! Sie müssten bewässert werden! Wie soll das aber bei so großen Flächen gemacht werden?

 

Es ist auch so, dass es durchaus zuweilen regnet, teils sogar sehr stark. Aber: Durch die Erosion auf den abgeholzten Hängen ist die Erde gar nicht mehr ausreichend speicherungsfähig. Ein konkreter Vorschlag dazu war, große Auffangbehälter für Regenwasser auf den Kämmen des Thüringer Waldes zu installieren, um das kostbare Regenwasser aufzufangen. Ein weiterer Vorschlag war, den Wasserlauf unterhalb der ICE-Trasse nach oben zu pumpen und ebenfalls zur Bewässerung zu nutzen – dies natürlich auf Kosten der Bahn.

 

Auf unsere Nachfrage, wie die abgeholzten Hänge verhindert werden können, wo doch die toten Bäume wegen des Borkenkäfers schnell abgeholzt und abtransportiert werden müssen, erfuhren wir, dass an den toten Bäumen gar keine Borkenkäfer mehr leben, man sie also durchaus zunächst stehen lassen könnte, um die Erosion zu vermeiden. Es stellte sich heraus, dass das Fällen und der schnelle Abtransport auch eine Frage des Preisverfalls für Holz ist. So wurde ein ganzes Stück Landeswald abgeholzt, weil es zu diesem Zeitpunkt noch 85 Euro pro Kubikmeter Holz gab.

 

Ein weiteres Problem für die Konzeption der Aufforstung ist, dass bisher die Buche als wesentlich resistenter galt, als verschiedenen Nadelbäume, ebenso wie verschiedene andere Baumarten, die im Gegensatz zur Fichte tiefer reichende Wurzeln haben. Wenn die Erderwärmung und der ganze negative Kreislauf aber so weitergehen, nützt das auch nichts mehr!

 

Auf sehr positive Resonanz stieß das Vorhaben der Umweltgruppe der MLPD Sonneberg, einen Ratschlag zur Wiederaufforstung zu machen - nicht zuletzt um den Forderungskatalog an die Landesregierung bzw. für die bundesweite Forstpolitik im Sofortprogramm der MLPD zu konkretisieren und zu erweitern. Eine Teilnehmerin der Gruppe hatte auch gleich gute Ideen, wie fachkundige Bekannte oder Verwandte in diese Beratschlagung miteinbezogen werden könnten.

 

Die Waldführung war eine sehr gute, gelungene Sache, die jedem Besucher des Ferienparks nur empfohlen werden kann. Für Einzelpersonen kostet die Führung 5 Euro, ab fünf Leute 3 Euro und ab zehn Leute 2 Euro.

 

Jetzt ist Regen angesagt, und so freuen wir uns schon auf die für die nächste Woche von Andreas Eifler vom Ferienpark angekündigte Pilzführung.