Argument Klimaschutz

Argument Klimaschutz

Was ist von der Forderung nach "Klimagerechtigkeit" zu halten?

„What do we want? - Climate Justice! - When do we want it? Now!“ Das hört man oft auf Fridays-for-Future-Demos. Was ist aber mit Climate Justice, auf Deutsch Klimagerechtigkeit, genau gemeint?

Korrespondenz aus Leipzig
Was ist von der Forderung nach "Klimagerechtigkeit" zu halten?
Fridays-for-Future-Demonstration am 25. September 2020 in Gera (rf-foto)

Im Internet findet man dazu Einiges. Zusammengefasst kann man sagen, dass Klimagerechtigkeit bedeuten soll, dass Klimaschutz ein Menschenrecht ist und dass der Schutz des Klimas nicht auf Kosten ärmerer Bevölkerungsschichten gehen darf. Der Begriff Klimagerechtigkeit soll soziale und ökologische Bewegungen vereinen. „Es geht darum, dass die Menschen, die am Existenzminimum leben, den Klimawandel insgesamt am deutlichsten spüren – obwohl sie am wenigsten dazu beitragen.“¹ Abgesehen davon, dass der bürgerliche Begriff „Klimawandel“ eine völlige Verharmlsung des Übergangs in eine weltweite Klimakatastrophe ist, klingt dass ja erstmal ganz gut. Im Weiteren wird dann davon gesprochen, die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen. Hier ist der Knackpunkt! Wer sind nämlich die Verursacher? Ausgerichtet wird das Konzept dann darauf, dass man „vor der eigenen Haustür“ kehren soll und auf das „aktive Wirken auf lokaler Ebene“. Verursacher sind also wir – die Verbraucher, die Bevölkerung der „reichen Länder“.

 

Was sich im ersten Moment also gut anhört, stellt die Tatsachen auf den Kopf. Ist jetzt die Bevölkerung schuld, dass Großkonzerne wie VW, Daimler und Co. mit ihren Verbrennungsmotoren unsere Luft zum Atmen verpesten?

 

Es ist ein schlechter Scherz, wenn Daimler jetzt behauptet, aus Umweltschutzgründen die Produktion der Verbrennungsmotoren ins Ausland zu verlegen. In Kölleda soll die Produktion in Deutschland konzentriert werden – Tausende Arbeitsplätze in anderen Standorten sind bedroht. Das zeigt, dass Daimler nichts mit Umweltschutz am Hut hat und dass die Großkonzerne gemeinsamer Feind von Umwelt- und Arbeiterbewegung sind!

 

Obwohl der Begriff Klimagerechtigkeit berechtigte Forderungen aufgreift, blendet er die realen Machtverhältnisse auf der Welt aus. Es gibt nicht „die reichen Länder gegen die armen Länder“, sondern imperialistische Länder, die die Arbeiterklasse und die Umwelt des „eigenen“ Landes und zusätzlich anderer Länder ausbeuten. Die 500 größten Konzerne und Monopole der Welt bilden heute das internationale Finanzkapital. Sie haben über die verschiedensten Kanäle und Netzwerke ihre Herrschaft über Produktion und Gesellschaft errichtet. Das ist der eigentliche Gegner der ökologischen und sozialen Bewegung!

 

Der Kampf dagegen geht nur international und organisiert! Deshalb macht mit im REBELL und in der MLPD!