Corona

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Statement von Dr. Willi Mast zur Runde der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder

Nach dem Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise erklärte Kanzlerin Merkel forsch, sie wolle nunmehr „brachial durchgreifen“.

Statement von Dr. Willi Mast zur Runde der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder
Dr. Willi Mast (Mitte) bei der Präsentation des Buchs „Covid-19 - neuartig, gefährlich, besiegbar!“, dessen Mitautor er ist (rf-foto)

Davon kann trotz der starken Anstiege der Infektionszahlen im Allgemeinen keine Rede sein. Schon im Vorfeld gab es ein Hauen und Stechen, ob und wie weit zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Vereinbart wurden neue Höchstgrenzen für Feiern - ob im privaten oder im öffentlichen Raum - in Regionen mit hohen Infektionszahlen. Vereinbart wurde auch eine Untergrenze für Bußgelder bei falschen Personenangaben auf Kontaktlisten in Gaststätten, diese liegt bei 50 Euro. Hinzu kommt ein teils höheres Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht oder Quarantäneregeln.


Die vereinbarten Maßnahmen konzentrieren sich großteils auf Sanktionen gegen Einzelne. Ein gesetzlicher Schutz der Daten, die man in Restaurants angeben muss, wurde dagegen ausdrücklich abgelehnt. Entscheidende Maßnahmen wurden ausdrücklich nicht beschlossen, wie die Ausweitung der Testes oder ähnliches. Außerdem müsste die öffentliche Aufklärung und Überzeugung entschieden verstärkt werden, statt wahlweise Panik zu verbreiten oder die Gefahr von Corona herunterzuspielen.

 

Merkel hatte zwar gewarnt vor den steigenden Infektionszahlen, folgt aber auch strikt dem Dogma der Unternehmerverbände, dass es wichtig sei, „dass die Wirtschaft am Laufen gehalten bleibt“, wie Merkel es ausdrückte. Die Maßnahmen sind unter dem Gesichtspunkt des Gesundheitsschutzes folgerichtig unzureichend. Das unterstreicht das Dilemma des bürgerlichen Krisenmanagements, dass sich die Maßnahmen gegen die Weltwirtschafts-. und Finanzkrise und gegen die Corona-Krise gegenseitig durchkreuzen.

Statement von Dr. Willi Mast, Arzt aus Gelsenkirchen

„Jetzt im Herbst, wo die Leute sich nicht mehr so häufig im Freien aufhalten, und vielleicht auch eine gewisse Sorglosigkeit bei der Corona-Vorsorge einreißt, erhöhen sich die Infektionszahlen in Deutschland. Die Maßnahmen, über die die Runde heute beraten hat, stellen den Versuch dar, diese Entwicklung abzubremsen. Wie gut das funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Es ist richtig, die AHA-Regeln (steht für Abstand halten, Hygiene und Alltagsmasken, Anm. d. Red.) weiter zu verankern und auch um "L" wie Lüften zu erweitern. Es ist auch nicht pauschal abzulehnen, dass es entsprechende Sanktionen für Leute gibt, die sich absichtlich gegen die nötigen Gesundheitsschutzmaßnahmen stellen. Die Corona-App dürfte sich auch in Zukunft als wirkungslos erweisen.

 

Klar war bei dieser Runde , dass die Maßnahmen auf keinen Fall die Wirtschaft beeinträchtigen dürfen. Deshalb sollte auch eine Schließung der Schulen vermieden werden.

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Im Gegensatz zum Frühjahr, haben wir trotz steigender Infektionen aktuell wenig schwere Verläufe, leere Intensivstationen und eine niedrige Sterberate. Warum da so ist, ist unklar, möglicherweise auf Grund der geringeren Viruslast der Infizierten.

 

Ein Grundproblem: Das Robert-Koch-Institut kann bis heute keine Aussagen darüber treffen, wie gefährlich das Virus eigentlich ist, wie häufig schwere Verläufe und chronische Folgeschäden sind und wie die Gefahr der nächsten Grippewelle einzuschätzen ist.. Es ist wichtig, dass jetzt keine Panik verbreitet wird. Es ist aber auch wichtig und richtig, dass wenn nötig weitergehende Maßnahmen ergriffen werden.

 

Nach dem aktuellen Stand ist ein Lockdown für Deutschland aktuell nicht nötig. Aber es wäre wichtig, dass vor der kalten Jahreszeit jetzt endlich Vorbereitungen getroffen werden: Für einen besseren Schutz, insbesondere in Betrieben, öffentlichen Gebäuden und Schulen, wo eine ausreichende Belüftung erschwert ist. Das kann zum Beispiel über Luftreinigungs- und Filtersysteme mit UV-Licht erfolgen.“