GDL bekundet ihre Solidarität

GDL bekundet ihre Solidarität

Kämpft weiter, wir stehen an eurer Seite!

Die Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer (GDL) schreibt an die streikenden Kolleginnen und Kollegen von ver.di und im Öffentlichen Dienst:

Von Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Kämpft weiter, wir stehen an eurer Seite!
GDL-Vorsitzender Claus Weselsky (zweiter von links) (foto: Rosa Luxemburg-Stiftung - Streikrecht-Tarifeinheit-Gewerkschaftspluralismus (CC BY 2.0))

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ihr habt euer Bestes gegeben und in unsicheren Zeiten das Funktionieren unserer Gesellschaft sichergestellt. Ihr habt die Ordnung, den Verkehr, das Gesundheitssystem und die Kinderbetreuung aufrechterhalten und tut das immer noch. Ihr alle wurdet in euren systemrelevanten Berufen für eure hervorragende Arbeit im öffentlichen Dienst unter schwierigsten Bedingungen hoch gelobt. Selten hat man so breite Zustimmungsbekundungen vernehmen können, wie seit Beginn der Corona-Pandemie.

 

Applaus ist zwar eine schöne Geste, eignet sich aber weder, um die Miete zu zahlen, noch hilft sie dabei, die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dabei schiebt ihr nicht erst seit Corona Berge von Überstunden vor euch her, leidet unter fehlendem Fachpersonal und unter Arbeitsverdichtung im ohnehin belastenden Arbeitsalltag. Das aber wollen die Arbeitgeber nicht hören und wenn es ans Eingemachte geht, zeigen sie die kalte Schulter. Auch in den zweiten Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hieß es gebetsmühlenartig: mehrjährige Nullrunden. Wertschätzung sieht anders aus.

 

Wir bekunden euch unsere Solidarität und stehen zu euch. Die mangelnde Wertschätzung und die unzureichenden Entgelt- und Arbeitsbedingungen insbesondere in systemrelevanten Berufen müssen endlich aufhören. Ihr, die an vorderster Stelle euren Dienst leistet, verdient eine faire Einkommenserhöhung mit Zukunftsperspektive. Ihr kämpft auch für angemessene Besoldungserhöhungen unserer Bundesbeamten und Versorgungsempfänger. Nur mit guten Arbeits- und Entgeltbedingungen kann überhaupt das dringend benötigte zusätzliche Personal gefunden werden. Wer pflegt ansonsten unsere kranken Angehörigen, transportiert die Fahrgäste, sorgt für Sicherheit und Ordnung oder passt auf unsere Kinder auf? Vor der Antwort dieser Fragen dürfen sich die Arbeitgeber nicht länger drücken. Lasst euch nicht mit warmen Worten und gefälligen Gesten abspeisen. Kämpft weiter, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wir stehen an eurer Seite!