Russland

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Militärhubschrauber und Armee-Laster in sibirischen Dörfern

Kuragino, Bezirk Krasnojarsk in Sibirien: In acht Dörfern im Umkreis der Stadt Kuragino leben Anhänger einer Sekte, die bis vor wenigen Jahren noch vom Staat unterstützt wurde.

Korrespondenz aus Esslingen

Über ein Jahr lang wandten sie sich mit Appellen an Unternehmen und Staat - mit der Bitte, dass ihre Dörfer nicht durch den Goldbergbau zerstört werden. Vergeblich. Jetzt wurden drei der Sektenführer verhaftet, Militär und Miliz drangen in die Dörfer ein. Scheinanschuldigen von wegen Drogen wurden erhoben.

 

Der Rechtsanwalt der Dörfer erklärt den wahren Hintergrund: Es gibt keine Rechtsverletzungen der Bewohner. Sondern diese wehren sich gegen die industrielle Erschließung der Aue des Flusses Kasyr. Dahinter steht die Golewsker Bergbaugesellschaft aus Tiwa, die hier eine Straße von der Goldgrube zum Bahnhof Dschurawlewo vorbereitet. Hier sollen Tag und Nacht in Zwölf-Stunden-Schichten Kipper mit ihrer Last fahren.

 

Außerdem will das Unternehmen weitere Fundstätten von Gold im Oberlauf des Flusses erschließen. Eine Bewohnerin sagte der Zeitung NGS24.ru: „Die Leute sind gegen den Bau der Goldgruben und den Straßenbau. Das ist die Ursache. Die Polizei kommt hierher wie zu sich nach Hause. Sie bringen die Menschen zum Weinen, sie fragen die Leute aus, um die Antwort zu bekommen, die sie hören wollen.“ Selbst Hubschrauber und Militärlastwagen sind inzwischen in den Dörfern.