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Verkürzung der Arbeitszeit – JA - aber bei vollem Lohnausgleich!

Zur Arbeitsplatzvernichtung bei Bosch schreibt die Kollegenzeitung im Bosch-Konzern „Hochdruck & Zündstoff“:

Aus Kollegenzeitung "Hochdruck & Zündstoff"

Nein zur massiven Arbeitsplatzvernichtung – das treibt viele Belegschaften um – gegen die Ankündigungen der Konzerne, vor allem in der Autoindustrie, wie VW, Daimler, Continental, Bosch. Viele Belegschaften protestieren dagegen mit Aktionen, so wie bei Bosch in Feuerbach mit der Menschenkette im Juli und letzte Woche die Boschler in Bietigheim.

 

Die Regierung und Bosch versuchen deshalb, uns über die brisante Lage zu besänftigen – durch Kurzarbeit und Arbeitszeitreduzierung um 10 Prozent bei Bosch.

 

Mit der seit 2018 begonnenen Weltwirtschafts- und Finanzkrise, nun verschärft durch Corona, wollen die Konzerne aber Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten. Sie wollen die Krisenlasten auf die Beschäftigten abwälzen. Hier geht es um zwei Wege: Sie wollen, dass wir uns ihren Interessen der Profitmaximierung unterordnen. Für die Arbeitenden geht es darum, von den Interessen der Arbeiterbewegung auszugehen. Wer bestimmt über die Zeit? Wem kommt der Produktivitätsfortschritt zugute? Diese Fragestellung fordert uns heraus, über den Kapitalismus hinaus zu denken, und beinhaltet den Sozialismus.

 

Jetzt nicht wegducken, sondern in die Offensive gehen, gegen die Abwälzung der Krisenlasten. Statt Arbeitslosigkeit und Angst um den Arbeitsplatz, ist es heute notwendig, für die Arbeitszeitverkürzung zum Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen, nicht nur für den Moment, sondern dauerhaft. Nach einer Umfrage sehen in Deutschland 61 Prozent eine Vier-Tage-Woche positiv, die der IG–Metall–Vorstand vorgeschlagen hat. Der Vorschlag war nur mit teilweisem Lohnausgleich. Genau die Frage des Lohnausgleichs ist der springende Punkt. Bosch hat seit August für 35.000 Beschäftigte im Raum Stuttgart die Arbeitszeit für Angestellte um 10 Prozent bzw. 8,57 Prozent reduziert – ohne jeden Lohnausgleich. Das ist nichts anderes als ein Kostensenkungsprogramm zulasten der Beschäftigten.

 

30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich – auf Kosten der Profite! Wir haben uns den vollen Lohnausgleich schon längst erarbeitet! Haben nicht die Kapitalisten zum Beispiel in den letzten 15 Jahren den Umsatz pro Beschäftigten um 27 Prozent gesteigert? Jeder merkt dies an der gesteigerten Arbeitshetze, Arbeitsverdichtung, Automatisierung. Wem kann dies zugute? Den Profiten der Konzerne! Und heute sind sie die Nutznießer der Milliardenprogramme der Regierungen und wir sollen dann die Zeche bezahlen. Nein!

 

Kämpfen wir für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich im Bosch-Konzern und in der nächsten Tarifrunde!

 

Aber durchsetzen können wir das nur mit der gemeinsamen Kraft der Arbeiter im Konzern und in der IG Metall, gegen weitere Flexibilisierung und für das freie Wochenende! Als Gewerkschafter ist jetzt jeder gefordert, Initiative zu ergreifen. Macht die Gewerkschaft zu Kampforganisation, es geht um mehr als um die Arbeitsplätze. Es geht um die Zukunft!