Stuttgart 21

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Zehn Jahre 30. September - "Schwarzer Donnerstag"

Vor zehn Jahren fand der brutale Polizei-Großeinsatz gegen die Gegner der zerstörerischen Bahnprojekts Stuttgart 21 statt.

Korrespondenz aus Stuttgart
Zehn Jahre 30. September - "Schwarzer Donnerstag"
Das Bild von Dietrich Wagner nach dem brutalen Wasserwerfereinsatz ging um die Welt (foto: screenshot)

Heute vor zehn Jahren strömten Tausende Schüler und Menschen aller Schichten in den Stuttgarter Schlosspark. Der "Parkschützer-Alarm" war am Vormittag ausgerufen worden, als bekannt wurde, dass die Polizei einen Überraschungs-Coup plante. Sie wollte den Schlossgarten einnehmen, bevor die Gegner reagieren konnten.

 

Es war klar: Ab dem 1. Oktober sollen für das sinnlose Großprojekt 200 Jahre alte Bäumen gefällt werden. Der Coup misslang, und es begann eine regelrechte Schlacht um den Park mit Wasserwerfereinsatz, Tränengas und Pfefferspray. Bis zum Abend ging der Kampf, 400 Verletzte davon mehrere Schwerverletzte wurden von den eigenen Demo-Sanitätern behandelt. Dietrich Wagner wurden die Augen vom Wasserwerferstrahl ausgeschossen.

 

Tausende Bürger, die sich friedlich der Polizei in den Weg gestellt hatten, waren total geschockt von der Brutalität. Mit Tränen der Wut mussten sie zusehen, wie um Mitternacht gerodet wurde. CDU Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus gab grünes Licht für den Einsatz. Er wollte mit dem Gewaltakt zeigen, wer Herr im Hause ist. Rückendeckung bekam er von den meisten Stuttgarter Konzernchefs bis zur Bundeskanzlerin Angela Merkel: Mit der Durchsetzung von Stuttgart 21 entscheide sich die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Am Samstag nach dem Gewaltakt gingen 100.000 Menschen zum Protest auf die Straße.

 

Im Stuttgarter Raum und schließlich auch in ganz Baden-Württemberg war das Vertrauen in die Regierung Mappus erschüttert. Mappus stolperte bei der nächsten Wahl über den "Schwarzen Donnerstag" von Stuttgart. Es war das Ende der jahrzehntelangen CDU-Vorherrschaft im Bundelsand.

 

Heute Abend im SWR-3-Fernsehen wird es einen hochinteressante Dokufilm "Betrifft: Stuttgart 21 und der schwarze Donnerstag" geben.