Argument zu Daimler

Argument zu Daimler

Das Modell der Klassenzusammenarbeit scheitert

Bis 2025 will Daimler 20 Prozent angeblicher „Fixkosten“ durch Kapazitätsanpassung und „Senkung der Personalkosten“ einsparen.

Von wr

Der Begriff „Personalkosten“ ist allerdings ein bürgerlicher Kampfbegriff. Pro Beschäftigtem im Daimler-Konzern werden im Jahr 575.666 Euro umgesetzt! Kapazitätsanpassungen bedeuten im Klartext Stilllegung von Linien bis hin zu ganzen Werken. „Senkung der Personalkosten“ bedeutet massenhafte Arbeitsplatzvernichtung, aber auch Angriffe auf Löhne, übertarifliche Leistungen, verstärkte Flexibilisierung der Arbeitszeit, neue Schichtmodelle usw.

 

Der Daimler-Vorstand bemäntelt nicht mal seine Aggression gegen die Arbeiter. Harald Wilhelm, der Finanzchef, bezeichnet es frech als einen „Kulturwandel“. So wurde der Wechsel von Zetsche zu Källenius auch damit begründet, dass die Klassenzusammenarbeitspolitik in der bisherigen Form für die künftigen Daimler-Ziele nicht ausreicht: „Zetsche habe nicht mehr den Willen gehabt, sich mit der IG Metall anzulegen, um das Unternehmen effizienter zu machen.“¹

 

Der Vorstand wirft den Beschäftigten den Fehdehandschuh hin und die Gesamtbetriebsratsspitze bückt sich nicht, um ihn aufzuheben. Soweit sie bisher in den Medien Kritik angemeldet haben, richtete sie sich weder gegen die radikale Profitsteigerung noch die brachiale Arbeitsplatzvernichtung. Stattdessen monierte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht im Manager Magazin vom 7. Oktober den angeblichen „Elektro-Hype“.

 

Aus Daimler sollten alle Arbeiterinnen und Arbeiter in den Betrieben die Lehre ziehen, jede Form der Klassenzusammenarbeit mit den Herrschenden eine Abfuhr zu erteilen und den eigenen Weg der Arbeiteroffensive zu suchen und zu finden.