Daimler

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Ein Streik trifft den Konzern

Heute Morgen verteilten wir die neu erschienene Kollegenzeitung vor dem Tor. An unserem Tor hat sich die Abnehmerquote erhöht. Ich habe angesprochen: „Schluss mit den Geheimverhandlungen, entscheidet Euch jetzt für einen konzernweiten Streik!“ Sieben Kollegen haben 4,76 Euro gespendet. Zwei entschieden sich im Gespräch dafür, mitzuarbeiten. Einen davon kenne ich vom Sehen, weil er es in den letzten Monaten mehrmals eindeutig abgelehnt hatte, die Zeitung zu nehmen.

Korrespondenz aus Düsseldorf
Ein Streik trifft den Konzern
Daimler-Belegschaft Düsseldorf im Jahr 2014 (rf-foto)

Dieses Mal nickte er, da sagte ich: „Hey, wir kennen uns doch, Du bist öfters vorbeigegangen und hast die Zeitung nicht genommen. Den Konflikt mit Türken und Kurden, müssen wir jetzt mal beiseite schieben und überlegenm was wir hier gemeinsam tun, um zu kämpfen.“. Das hat ins Schwarze getroffen. Da blieb er stehen und sagte: „Da hast Du Recht, Schieben wir diese eine Frage zur Seite. Wir müssen kämpfen.“

 

Er sagte, dass er eigentlich auch links ist und gut findet, was wir sagen. Aber in der Frage nicht. Er ist richtig wütend auf Daimler und hat Ideen: Lass uns hier vor dem Tor anketten, dann kommt nichts mehr rein und raus.“ Wir berieten ein weiteres Vorgehen, tauschten Telefonnummern aus und werden uns wieder treffen.

 

Ein festangestellter Kollege sagte: „Es geht nicht nur um die Arbeitsplätze, sondern auch um die Bedingungen hier. Die Veränderungen durch die E-Mobilität können nicht einfach auf die Belegschaft abgewälzt werden: Durch Streichung der Gewinnbeteiligung, durch ERA-Abstufung, dann längere Schichten und Samstagsarbeit, wenn die Nachtschicht gestrichen wird.“

 

Es gaben uns auch viel mehr Kollegen Recht, dass die Vernichtung von 30.000 Arbeitsplätzen nicht einfach akzeptiert werden kann. Auch bei den Leiharbeitern tut sich was. Sie sind ziemlich aufgewühlt. Die Mehrheit ist im Moment sicherlich resigniert, aber ein Teil ist auch nicht bereit, das einfach hinzunehmen. Sie sind jetzt im Werk und wir haben nur noch einen Monat Zeit, bis zum 6. November. Also muss man jetzt was machen und einen Streik trifft den Konzern.