Leverkusen

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Rotfüchse contra Vivawest – erste Runde

Anfang August, zum Ende des Sommerferienprogramms, machte der Jugendverband REBELL ein wunderschönes Spielefest auf der „Rotfuchswiese“, die zwischen den Häusern liegt, wo alle wohnen.

Von gos

Über 100 Leute feierten, darunter über 60 Kinder (siehe hier!) Ein Nazi-Anhänger hatte zwar zwischendurch die Polizei gerufen: Hier gebe es eine nicht genehmigte politische Kundgebung und unerträglichen Lärm. Die kam dann, sah das Spielefest und hörte die Musik – und wünschte uns weiterhin einen schönen Nachmittag und viel Erfolg.

 

Ganz anders sieht das jetzt aber Vivawest. Der Immobilienkonzern, dem auch im Ruhrgebiet viele Bergarbeitersiedlungen gehören, hatte vor Jahren die ganze Straße mit ungefähr 400 Wohnungen aufgekauft. Per Boten erhielten der Betreuer der Rotfüchse, der seit zehn Jahren auf dieser Wiese im Sommer Treffen mit den Rotfüchsen macht, und ein weiteres bekanntes MLPD-Mitglied einen Drohbrief. Sie hätten die Wiese „für ihre privaten Zwecke mietsvertragswidrig genutzt“, hieß es da.

 

„Es wurde der Eindruck erweckt, als ob es eine kinderfreundliche Veranstaltung – Spielfest für Kinder – sein sollte. Jedoch machten Sie Werbung für eine politische Partei, insbesondere auch deren Jugendorganisation. Sie verwenden hierfür die Bezeichnung ‚Rotfüchse‘.“ Und weiter war die Rede von „erheblichen Lärmbelästigungen“, „die Geräuschkulisse war unerträglich“ usw. Das Papier gipfelt, fett so gedruckt: „Wir erklären wegen des zuvor genannten Fehlverhaltens eine DRINGENDE ABMAHNUNG. Sollten Sie die Grünfläche…. Ein weiteres Mal für Ihre persönlichen Zwecke nutzen,… werden wir ohne weitere Vorankündigung das Mietverhältnis ggfls. fristlos kündigen.“

 

Die beiden Betroffenen reagierten mit einem Offenen Brief an Vivawest, den sie auch an alle Nachbarn verteilten und sie so über diesen dreisten antikommunistischen Angriff informierten. Die Empörung war groß. Es entstand eine Mietergemeinschaft Vivawest, die als erstes eine Unterschriftenaktion startete, in der sie die Rücknahme der Abmahnungen forderte und das Recht auf die friedliche nachbarschaftliche Nutzung der Wiese für Spiele und Feste.

 

Die Rotfüchse waren noch schneller. Als sie von diesem Angriff hörten, schrieben auch sie einen Brief an Vivawest: „Hallo Vivawest! Wir wollen noch viele Feste auf unserer Wiese feiern und ... soll nicht ausziehen!“ In einer Stunde hatten sie knapp 100 Unterschriften von anderen Kindern gesammelt.

 

Wir werden Rote Fahne News über die weitere Entwicklung informieren.

 


Die Rote Fahne Redaktion solidarisiert sich mit den Betroffenen, den Rotfüchsen und dem örtlichen Jugendverband REBELL.