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Viele Kolleginnen und Kollegen sind für Streik

Etwa 100 Daimler-Kolleginnen und -Kollegen sind heute Morgen vom Cannstatter Motorenwerk zum Daimler-Stammwerk nach Stuttgart-Untertürkheim gelaufen, um an der IG-Metall-Protest– und Infoversammlung teilzunehmen.

Korrespondenz
Viele Kolleginnen und Kollegen sind für Streik
Daimler-Werk Untertürkheim (Foto: MSeses (CC BY-SA 3.0))

Daimler will den Kolleginnen und Kollegen die Versammlungszeit vom Lohn abziehen, was auf viel Kritik stößt. Kolleginnen und Kollegen diskutierten: „Die drei Stunden weniger Lohn nehme ich in Kauf. Wenn wir nichts machen, ist der ganze Arbeitsplatz weg.“

 

In Untertürkheim wurden die Kolleginnen und Kollegen von einer Delegation der MLPD herzlich empfangen. Diese hatte Schilder unter anderem mit der Aufschrift: „Das Herz muss bleiben“ dabei. Es gab in Untertürkheim auch Schilder mit der Aufschrift „Konzernweiter Streik“. Diese Forderung fanden die meisten richtig.

 

Es gibt viele Diskussionen unter den Kolleginnen und Kollegen. So gehen viele mit der Meinung: „Das macht schon die IG Metall“. Die Kolleginnen und Kollegen wollen die IG Metall als Kampforganisation! Allerdings kann weder die IG Metall noch der Betriebsrat zu einem Streik um jeden Arbeitsplatz aufrufen, da wir in Deutschland kein allseitiges gesetzliches Streikrecht haben. Zum Teil wirkt auch noch eine abwartende Haltung. Bei manchen wirkt auch noch die Hoffnung, dass der Daimler-Vorstand von seinen Plänen ein Stück weit abrückt, wenn man ihm Zugeständnisse macht. Diese Meinung ist aber in der Minderheit. Viel diskutiert wird, wie man jetzt richtig kämpft.

 

Als Spalter trat die faschistoide Betriebsratsliste „Zentrum Automobile“ auf. Deren Mitglieder und Anhänger hatten und haben regelrecht gegen den heutigen Protesttag gearbeitet. Das wurde zu Recht von der Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen kritisiert.

 

Die jungen Kolleginnen und Kollegen, von denen es in diesem Werk einige gibt, waren sehr interessiert dabei. Sie sehen sich selber noch als „Lernende“, aber im Gespräch kam auf die Frage: „Habt ihr euch das so vorgestellt, als ihr hier angefangen habt?“ schnell eine verneinende Antwort und schon waren wir im Gespräch. Sie bejahten, dass man lernen muss, für seine Rechte zu kämpfen. Einiges Interesse herrschte auch am Jugendverband REBELL.

 

Kritisiert wurde auch das von der Werksleitung vorgeschobene Argument „Corona-Schutz“ bei der Arbeit, mit dem verhindert werden soll, dass es Gruppengespräche in den Hallen gibt. Am Band müssen die Kollegen aber ganz eng beieinander stehen und arbeiten. Guter Gesundheitsschutz muss gegen Daimler durchgesetzt werden, aber Gruppengespräche können wir Corona-gerecht organisieren!