Leserbrief

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„Bessere Aussichten als G-Klasse-Abenteuer“

Der folgende Leserbrief von Klaus-Jürgen- Hampejs, Sprecher der Internationalen Automobilarbeiterkoordination, Sindelfingen, der sich auf den im "Gäuboten" erschienenen Artikel „Die Mitarbeiter sind verunsichert“ vom 2. Oktober bezieht, ist in der gleichen Zeitung veröffentlicht worden:

"In der Krise – Daimler-Chef Källenius noch von dieser Welt?", dachte ich, als ich die Perspektiven des Daimler-Vorstandes im TV sah und in der Zeitung las. Tausende Kolleginnen und Kollegen bangen um ihre Arbeitsplätze, um ihr Einkommen, und Jugendliche bangen um eine Zukunft mit Arbeit. Ganz schwere Zeiten, doch die Beschäftigten, nicht nur bei Daimler, kämpfen um ihre Zukunft. Es bleibt ihnen auch nichts übrig. Eine Zukunft mit Millionen Euro Abfindung, wie vielen Managern, winkt ihnen nicht.

 

Und nun der Vorstandsvorsitzende von Daimler mit seiner Zukunftsperspektive: Maybach, die Luxusmarke für Milliardäre, stehe für „anspruchsvollen Luxus“. Der Geländewagen G-Klasse soll an Bedeutung gewinnen – als Marke für „Abenteuer, auch Abenteuer in der Stadt“, so der Originalton Ola Källenius.

 

„Verdammt“, meine ich, Abenteuer mit der AMG G-Klasse mit 6,3-Liter-Motor in der Stadt. Wahnsinn, mit so was durch Sindelfingen, Böblingen, Herrenberg und durch Stuttgart zu fahren. Oder gar mit Oma und Opa am Wochenende und den Enkeln. Diese Perspektive bietet er mit Verbrennern und viel Luxus-E-Mobilität an. Er schweigt aber zu den Zukunftsängsten der Belegschaften. Und diese hatten Recht damit, bei den IG-Metall-Veranstaltungen in Untertürkheim und in Mettingen auf die Straße zu gehen.

 

Es wäre schön und wichtig, wenn die Bevölkerung die Daimler-Beschäftigten in ihrem Kampf um die Arbeitsplätze unterstützt. Das sind bessere Aussichten als G-Klasse-Abenteuer ... in der Stadt.