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Empörung und Entschlossenheit wachsen, aber der Weg muss klar werden!

Auf dem Parkplatz vor MAN-Salzgitter fand gestern Mittag die zweite Protestkundgebung in Form einer Betriebsratsinformation mit ca. 2000 Kolleginnen und Kollegen statt. Provokativ hatte MAN Ende September die sogenannte Beschäftigungssicherung gekündigt und die Vernichtung von 9500 Arbeitsplätzen angekündigt. 3000 in München, 1200 in Nürnberg, Salzgitter soll verlagert und die Werke Plauen und Wittlich geschlossen werden.

Korrespondenz aus Braunschweig
Empörung und Entschlossenheit wachsen, aber der Weg muss klar werden!
Die MAN-Azubis beim Protest (rf-foto)

Die MAN-Azubis führten den Demozug der Frühschicht aus dem Werk zum Kundgebungsplatz an. Gerade zwei Wochen nach Ausbildungsbeginn wurde die Vernichtung der Arbeitsplätze bekannt gegeben. Delegationen von VW Salzgitter, Salzgitter Stahl, Firma Meyer Salzgitter, Magna, VW Wolfsburg, VW Braunschweig, Alstom, der VW Financial Service und weiterer Betriebe aus Salzgitter zeigten ihre Solidarität. Manche berichteten in den Gesprächen von ähnlichen Einschnitten in ihren Betrieben. Auch MAN-Rentner und Familienangehörige waren dabei.

 

Kollegen von der Gruppe der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung Braunschweig machten das Kampfprogramm der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung bekannt und luden zum Delegiertentreffen am kommenden Wochenende ein. Die MLPD Braunschweig-Wolfsburg verteilte eine Solidaritätserklärung per Flugblatt. 200 Stück waren zu wenig und schnell vergriffen.

 

Wir diskutierten mit den Kollegen, dass auf diese Kriegserklärung mit einem konzernweiten Streik geantwortet werden muss. Viele stimmten zu: „Ein Streik wäre die richtige Antwort“. Zugleich hatten sie Bedenken, ob alle mitmachen, wer das organisiert, mit wem man kämpfen kann. Manche sagten deshalb spontan: „...Erst mal sehen, was die Verhandlungen bringen.“ Aber erst wenn die Produktion steht und die Kündigungen vom Tisch sind, kann auf Augenhöhe verhandelt werden. Ein Kollege berichtete, dass sie in den letzten Wochen für eine Woche im voraus produziert haben: „Der Vorstand hat wohl Angst vor einem Streik.“

 

Es gab Skepsis und Hoffnung zugleich in die Verhandlungen und die Unterstützung von SPD-Ministerpräsident Stephan Weil, der heute zu Besuch war. Einige sagten: „Die reden nur und tun nichts." Weil beschwor die Verhandlungskultur von Unternehmen und Gewerkschaftsführung und versprach, sich für die Belegschaft einzusetzen. Damit streut er den Kolleginnen und Kollegen aber nur Sand in die Augen: Stephan Weil ist als VW-Aufsichtsratsmitglied ebenfalls dem Wohle der Aktionäre verpflichtet und deshalb kein Verbündeter der Kolleginnen und Kollegen.