Göppingen

Göppingen

Gespräche in der Frühstückspause…

Gestern Morgen gab es in Göppingen bei einem Automobilzulieferer während der Frühstückpause in der Montage eine „Pausenversammlung“.

Korrespondenz

Der erste Kollege kommt und fragt: „Wie war Dein Wochenende, was hast so gemacht?“ Ich sage: „Du weißt doch, ich war in Stuttgart bei der regionalen Montagsdemo.“ Ein weitere Kollege hört schon zu und meint: „Waren viele da?“ „Naja“ sage ich, „es können schon noch mehr werden, aber es war super: Auf der Demo sind wir in Fünferreihen mit Masken und gutem Abstand gelaufen.

 

Vor allem haben da die Arbeiterkollegen direkt aus dem Betrieb geredet, dabei stand Daimler im Mittelpunkt. Wisst Ihr, da haben schon am Donnerstag 4000 in Untertürkheim und Sindelfingen gestreikt. Der Daimler-Vorstand will bis 2025 die Produktion in Untertürkheim, das Motorenwerk, schließen.“

 

In der Zwischenzeit hören acht Kollegen zu. Einer, welcher neu dazugekommen ist: „Wie? Wenn wir hier nächstes Frühjahr rausfliegen, da wollte ich mich doch beim Daimler bewerben, das kann es ja wohl nicht sein!“

 

Ein andere meint: „Wenn die da die Produktion platt machen, schließen die ja bestimmt die Lehrwerkstatt in Brühl, wie sie es bei uns auch machen. Das können wir uns doch nicht weiter gefallen lassen.“

 

Daraufhin meinte ein anderer: „Wir hätten uns schon viel früher wehren sollen, jetzt ist es schon zu spät...

 

Ich darauf: „Es ist noch lange nicht zu spät, jetzt bei Daimler beginnen sie doch erst richtig, sich zu wehren. Da muss konzernweit gekämpft werden. Da müssen wir die Kollegen unterstützen, für unsere eigene Zukunft, für die Zukunft unsere Kinder! Wir als Gewerkschafter.«

 

Die Pausenhupe dröhnt, vier Kollegen nicken mir zu. Wir gehen wieder an die Arbeit. Ich sage noch zu allen: „Darüber müssen wir morgen noch weiter diskutieren!“