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Klinikum: „Heute ist kein Arbeitstag - heute ist Streiktag“, ruft es aus dem Megaphon

Heute fand der dritte Warnstreik am Klinikum Nürnberg Nord statt. Und die Stimmung war kämpferisch: „Heute ist kein Arbeitstag - heute ist Streiktag“ ruft es aus dem Megaphon.

Korresponden
Klinikum: „Heute ist kein Arbeitstag - heute ist Streiktag“, ruft es aus dem Megaphon
Nürnberg: Die Beschäftigten der Kliniken sind wütend (rf-foto)

Trotz Regens sind noch mehr gekommen, als bei den letzten Aktionen: über 800 Kolleginnen und Kollegen! Das liegt vielleicht auch daran, dass die Kollegen jetzt echt sauer sind. Die bürgerliche Presse bringt nichts über die Streikaktionen und die Forderungen der Kollegen - aber ausführlich über die Sorgen der Chefärzte. So Chefarzt der Neurologie, Frank Erbguth: „Jede weitere Einschränkung ist aus unserer Sicht unzumutbar und gefährdet Menschenleben“ und der Onkologie-Chefarzt Martin Wilhelm pflichtet dem bei: Dass wegen des Streiks wichtige Operationen zur Tumorentfernung abgesagt werden mussten. Der Sprecher der Chefärzte Erwin Schultz: „Wir machen uns Sorgen, dass Patientinnen und Patenten durch die Folgen des Streiks Schaden erleiden.“

 

Am Rednerpult machen einige Kolleginnen ihren Unmut Luft: Was fällt den Chefärzten ein, sich so in unseren Arbeitskampf einzumischen! Auch die Drohungen gegen die Azubis, bei Teilnahme am Streik sei ihre Übernahme gefährdet, wird scharf kritisiert. Die Stimmung ist aufgeladen! „Botschaft an alle Chefärzte, die sich Sorgen machen: Gehen sie doch nachts einmal über die Station: Eine Pflegekraft versorgt im Nachtdienst 35 Patienten, zum Teil frisch operierte. Wo ist denn da die Vorsorgepflicht des Arbeitgebers? Der Allgemeinbetrieb ist doch gefährlich! Wir arbeiten dauernd am Limit“

 

Was ist Normalzustand? Ständig fehlt es an Personal. Dauereinspringen ist ein großes Thema. Eine mutige Kollegin spricht am Megaphon Klartext: „Wir arbeiten zu 90 Prozent mit Notfallschlüssel. Merkt das denn keiner ? Wenn das Telefon klingelt: Jeder denkt: „Was mach ich jetzt? Wenn ich rangehe, wird man überredet, einzuspringen, wenn man nicht rangeht, hat man ein schlechtes Gewissen den anderen Kollegen gegenüber. Das geht so nicht mehr weiter - das muss endlich anders geregelt werden. Gute Pflege statt Profite mit unserer Gesundheit.“  Da muss sich grundlegend was ändern - die Forderungen der Beschäftigten im Krankenhaus sind voll berechtigt.