Kobanê

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US-Zahlungsdienstleister Stripe unterbindet Spendensammlung für ICOR-Gesundheitszentrum

Über das Spendenportal betterplace.org getätigte Einzahlungen für das „Gesundheitszentrum in Kobanê“ mittels Einzugsermächtigung, Kreditkarte oder Paypal sind ab sofort nicht mehr möglich. In einer Mitteilung hat Betterplace „Medizin für Rojava“ informiert, das der US-Zahlungsdienstleister Stripe, der die Zahlungsgeschäfte von Betterplace abwickelt, diese Zahlungsmethode gestoppt hat. Gegenüber Betterplace begründete Stripe diese Maßnahme, dass man damit „Terrorfinanzierung oder Geldwäsche“ unterbinden wolle.

Von Initiative „Medizin für Rojava“ - Arbeitsgruppe von „Solidarität International e.V.“
US-Zahlungsdienstleister Stripe unterbindet Spendensammlung für ICOR-Gesundheitszentrum
Brigadistinnen und Brigadisten der ICOR und einheimische Bauerarbeiter beim Bau des Gesundheitszentrums in Kobanê (rf-foto)

Es ist kaum zu glauben. Das von über 170 ICOR-Freiwilligen¹ gebaute Gesundheitszentrum in Kobanê ist eine der größten und eine bestens funktionierende Geburtsklinik in Nordsyrien/Rojava. Seit der Fertigstellung im Jahr 2015 haben dort 15.000 Frauen ihre Kinder zur Welt gebracht und mit Hilfe der Spender kostenlose medizinische Versorgung erhalten. Ausgerechnet diese Klinik und entsprechende Hilfsprojekte in dem überwiegend von Kurden bewohnten Rojava/Nordsyrien werden des Terrorismus oder der Geldwäsche bezichtigt? War es nicht diese Region, die dem faschistischen IS die Stirn geboten und ihn unter unsäglichen Opfern 2015 besiegt hat?

 

In einem Telefonat von Christoph Klug von „Medizin für Rojava“ erklärte Jonas Eibel von Betterplace, dass hier kein gültiges Recht zur Anwendung käme, sondern dass das auf Betreiben des US-Finanzdienstleisters Stripe erfolgt sei. „Uns sind die Hände gebunden“, so Eibel, und man überlege, wie hier vorgegangen werden könne. In der Tat ist die extraterritoriale Anwendung der US-Blockadegesetze in EU-Ländern nach europäischen Bestimmungen unzulässig (EU-Verordnung 2271/96, Art. 5).

 

Auf der Liste von Stripe stehen als weitere betroffene Länder Syrien, Nordkorea, Iran, Kuba und die Krim. Nach Ansicht von „Medizin für Rojava“ ist das eine politisch motivierte Erpressung, die sehr viele andere Spendenaktionen betrifft.

 

„Das ist eine von Trumps US-Administration betriebene Maßnahme, mit der bewusst Not und Elend in diesen Ländern herbeigeführt oder verschärft werden soll“, so Christoph Klug. „Diktaturen wie Saudi-Arabien oder die Türkei, welche den IS finanzierten und unterstützten, finden sich auf der Liste nicht“.

 

„Medizin für Rojava“ protestiert gegen diese Maßnahme und fordert die sofortige Beendigung der erpresserischen Sanktionen – auch für alle übrigen betroffenen Spendenaktionen auf Betterplace.

 

Selbstverständlich kann das Gesundheitszentrum in Kobanê auch weiterhin finanziert werden. Es ist bei Betterplace noch als Überweisung oder über Paydirekt möglich. Siehe: www.betterplace.org/p35750, dort der Anweisung "Jetzt spenden" folgen.

Oder Sie spenden direkt auf das Konto von „Solidarität International e.V.“:

Spendenkonto: »Solidarität International e.V.«

IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84 (Frankfurter Volksbank)

Stichwort: „Medizin für Rojava“