„Antifaschistisches Netzwerk – Wilhelmshaven und umzu“

„Antifaschistisches Netzwerk – Wilhelmshaven und umzu“

„Extrem unbrauchbar: Die Gleichsetzung von links und rechts"

Am 5. Oktober erschien bei Rote Fahne News bereits eine Korrespondenz zu diesen Thema. Der Korrespondent bat um Änderung, weil darin netzwerkinterne Widersprüche unnötig zu weitgehend nach außen getragen wurden. Zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gehört, dass Widerspräche möglichst intern geklärt werden. Deshalb wurde der Text geändert.

Korrespondenz aus Wilhelmshaven
„Extrem unbrauchbar: Die Gleichsetzung von links und rechts"
(foto: Antifaschistisches Netzwerk Wilhelmshaven und umzu)

Nach einem längeren Diskussionsprozess und vorbereitet durch eine Wochenend-Klausur im August hat sich das ehemalige „Netzwerk gegen Rechts“ in Wilhelmshaven am 3. Oktober neu aufgestellt.

 

Wir 14 anwesenden antifaschistischen Netzwerker verabschiedeten – in einer Corona-gerechten Versammlung – eine „Wilhelmshavener Erklärung gegen Rassismus und Faschismus“ und das Leitbild „Wer wir sind“. Darin werden ausdrücklich die Begriffe „Extremismus“ oder „Links- und Rechtsextremisten“ nicht verwendet, weil fast einhellige Meinung ist, dass die vom Verfassungsschutz lancierte Extremismus-Theorie - oder auch Hufeisenmodell - sich hauptsächliche gegen Linke richtet und Faschisten und Antifaschisten gleichsetzt. Deshalb haben wir uns auch in „Antifaschistisches Netzwerk“ umbenannt.

 

Das Netzwerk arbeitet seit über einem Jahrzehnt in Wilhelmshaven „und umzu“, wie man hier sagt. Es hat dabei bewiesen, dass Leute aus SPD, Grüne, Linkspartei, MLPD, den Kirchen oder anderen Verbänden oder Initiativen sowie Unorganisierte Menschen auf gleicher Augenhöhe und vertrauensvoll gemeinsame antifaschistische Arbeit machen können.

 

Das „Geheimnis“ ist, das gemeinsame Anliegen in den Mittelpunkt zu stellen ohne die „zum Teil erheblichen Widersprüche in Einzelfragen und Themen“ zu ignorieren, wie es in dem verabschiedeten Leitbild heißt. Das schließt auch die sozialistische Perspektive ein, weswegen die MLPD gern gesehener Mitarbeiter ist. Andrerseits gibt es auch Leute, bei denen die MLPD nicht so gern gesehen ist, weil sie „linksextremistisch“ sei, vom Verfassungsschutz beobachtet werde und dadurch andere abschrecken würde. Das belebt aber gerade die Debatte mit einigen Netzwerkerinnen und Netzwerkern um Stalin, Sozialismus, freie Wahlen, Diktatur des Proletariats usw. – und so soll es ja auch sein!

 

Mit der einstimmigen Wahl eines fünfköpfigen Sprecherinnen- und Sprecher-Rats haben wir auch organisatorisch die Weichen gestellt für einen neuen Aufschwung der antifaschistischen Arbeit in „Wilhelmshaven und umzu“!