Corona bei thyssenkrupp

Corona bei thyssenkrupp

Sofortiger Gesundheitsschutz für die Arbeiter!

Im Betrieb steigt die Zahl der mit Covid-19 Infizierten rasant an. Bei thyssenkrupp Steel (tkSE) hat sich die Zahl der Infizierten von ca. 30 Anfang der Woche auf über 95 bis Donnerstag verdreifacht.

Von einem Korrespondenten
Sofortiger Gesundheitsschutz für die Arbeiter!
Foto: shutterstock_1053203156

Gerade im Betrieb verbreitet sich das Virus, während in der Öffentlichkeit so getan wird, dass dies eher im privaten Bereich passiert. Ursache sind die völlig unzureichenden Gesundheitsschutzmaßnahmen bei thyssenkrupp. In Panik angesichts der rasant steigenden Zahlen reagieren der Vorstand und die Vorgesetzten. Dabei gilt ihre einzige Sorge nicht etwa der Gesundheit der Kollegen, sondern dass die Produktion weiter läuft, und wie das geht beim Ausfall von Kollegen. Mit 12-Stundenschichten und Arbeitsverdichtung durch Umstellung auf 4-Schichtsystem! Jetzt soll eine Maskenpflicht durchgesetzt werden.

 

Seit April fordern Kollegen, die MLPD und ihre Betriebsgruppen weitreichende Schutzmaßnahmen. Technische Maßnahmen wie Luftfilter, Lufttauschanlagen und Messgeräte für Steuerstände, Pausenräume und Büros. Reinigung und Desinfizierung der Waschkauen und Arbeitsgeräte nach jedem Schichtwechsel. Bezahlte Entzerrung der Ablösezeiten und massenhafte Testungen von Kollegen und bezahlte Quarantäne der Schichten, Produktionsstopp von betroffenen Anlagen. Nichts davon wurde umgesetzt! Dagegen war das Krisenmanagement von thyssenkrupp völlig unzureichend und oberflächlich und zeigt: Profit geht dem Vorstand vor Gesundheit!

 

Ihr "Prinzip Hoffnung", dass eine zweite Welle schon nicht so schlimm wird, erweist sich als Fata Morgana. Ihre Corona-Schutzmaßnahmen beschränkten sich darauf, Angestellte ins Homeoffice zu schicken, Teilnehmer an Besprechungen zu erfassen und dazu aufzufordern, Abstand zu halten und Maske zu tragen. Keiner hat die Umsetzung wirklich kontrolliert. Schon gar nicht wurden technische Maßnahmen umgesetzt, weil die Geld kosten. Außer dem Abmontieren jedes zweiten Duschkopfes, wodurch sich die Kollegen in den Kauen beim Schichtwechsel auf engstem Raum ballen. Alles wurde auf die Kollegen abgewälzt und es wird ihnen die Schuld an der wachsenden Zahl der Infizierten gegeben. Sie würden sich ja nicht an die Vorgaben halten.

 

Die MLPD und ihre Betriebsgruppen bei thyssenkrupp haben von Anfang an sinnvolle Vorschläge gemacht. Vor allem haben sie an der Bewusstseinsentwicklung gearbeitet, dass dieses System und thyssenkrupp nur den Profit im Auge hat und die Gesundheit ihnen egal ist. Hier zeigt sich die Verkommenheit des Kapitalismus. Die Arbeiter, ihre Familien und deren Gesundheit sind den Konzernen egal. Für sie zählt nur der Maximalprofit. Zu Recht führt das jetzt zur wachsenden Systemkritik unter den Kollegen. Dies verbindet sich mit dem wachsenden Bewusstsein, dass die Stahlarbeiter und ihre Familien entschlossen den Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten aufnehmen müssen.

 

Der Kampf gegen die Vernichtung von tausenden Arbeitsplätzen und für wirkliche Gesundheitsschutzmaßnahmen gehören zusammen. Notwendig ist die Stärkung der Betriebsgruppen bei thyssenkrupp und eine breite Diskussion über die gesellschaftliche Perspektive des echten Sozialismus. Konkrete Forderungen sind:

  • Sofortige und allseitige technische Schutzmaßnahmen in der Produktion und breite Testung der Belegschaft!
  • Zahlung von Zulagen wegen der besonderen Belastung durch den Mund- Nasenschutz; Bezahlung zusätzlicher Pausen!
  • Stopp der Produktion bei Infektionen in gesellschaftlich nicht zwingend notwendigen Betriebsbereichen wie Hochöfen und Stahlwerk!
  • Volle Bezahlung von Quarantänezeiten und notwendiger Kinderbetreuung!
  • Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz und Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
  • Weg mit dem verkommenen kapitalistischen Profitsystem!