Corona

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Wachsende Infektionszahlen: Gedanken einer Beschäftigten im Gesundheitswesen

In den Arztpraxen steht das Telefon nicht mehr still, lange Schlangen bilden sich vor den Türen, aufgebrachte Menschen platzen herein und wollen endlich einen Test vom Hausarzt bekommen.

Von hb

Die Menschen sind verunsichert, weil die Auskünfte der Gesundheitsämter letztendlich die Folgen der Corona-Pandemie als persönliche Probleme auf die Leute abschieben.

 

Schon im März waren es die Belegschaften in den Industriebetrieben, die um den Gesundheitsschutz und Schutzausrüstungen, Desinfektion gekämpft haben. Ihnen ist es zu verdanken, dass trotz der Beschwichtigungen und Drohungen der Geschäftsleitungen die Pandemie im Frühjahr begrenzt werden konnte. Im Gegensatz dazu wird heute alles dafür getan, dass sich die Infektion weiter ausbreitet und vor allem die Produktion läuft. Dazu müssen Kindergärten und Schulen unbedingt weiter offen gehalten werden – ohne realistisches Konzept der Infektionsverhütung.

 

Gesundheitsminister Spahn ist selbst infiziert – obwohl die Testung in der Berliner Regierungsbürokratie eng getaktet ist. Das volle Gegenprogramm im Gesundheitswesen und bei allen, die mit Menschen in Kontakt sind. Die vierzehntägige Testmöglichkeit für Lehrer wurde erst mal nicht verlängert, getestete Krankenschwestern und -pfleger die positiv sind, müssen weiter arbeiten, weil nicht genug Personal da ist.

 

Über all dies schweigen sich die bürgerlichen Massenmedien weitgehend aus, wenn die diffuse Ausbreitung der Pandemie behandelt wird. Schuld sollen nur junge Leute sein, die feiern oder die gar illegale Partys organisieren. Razzien und Denunziationen sollen dem ein Ende bereiten. Wann wird dafür dann auch die Bundeswehr eingesetzt, die bisher bei den Gesundheitsämtern „aushilft“? Statt dessen muss man mehr Erziehungsarbeit machen, die Auseinandersetzung führen.

 

Dieses Chaos ist auch selbst Ausdruck der Überlebtheit dieses Systems, der Unfähigkeit ein Menschheitsproblem wie diese weltweite Pandemie in den Griff zu bekommen. Für die Beratung über die Schlussfolgerungen daraus stehen Genossen der MLPD zur Verfügung und gibt es umfangreiches Material auf der Homepage der MLPD.