Daimler Untertürkheim

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Abbruch der Verhandlungen - und nun?

Letzte Woche gab der IG-Metall-Betriebsrat in einem Info an die Belegschaft bekannt, dass die Verhandlungen mit dem Konzern abgebrochen werden und Überstundengenehmigungen zurückgezogen sind. Das war die Reaktion auf die Proteste und Kritiken der Belegschaft. Diese soll Einsparungen bringen, zugesagte Produkte werden nicht verwirklicht, 4000 Arbeitsplätze im Werk sollen vernichtet werden. Auch geht das Gerücht herum, dass die Auslerner nicht unbefristet übernommen werden sollen.

Von wb / gp

In der Belegschaft gibt es viel Wut und Unzufriedenheit, wie sie sich in verschiedenen Pausenversammlungen Luft macht. Auch wurde die Forderung nach „Abbruch der Verhandlungen“ der Kollegenzeitung „Stoßstange“ von immer mehr Kolleginnen und Kollegen aufgegriffen. Es ist deshalb zu begrüßen, wenn der Betriebsrats-Vorsitzende Michael Häberle jetzt zum Widerstand gegen die Angriffe des Vorstandes aufruft.

 

In den Abteilungen, Pausenversammlungen und unter Vertrauensleuten muss darüber diskutiert werden, mit welchem Ziel und wie der Kampf geführt werden soll. So richtig die Verweigerung von Überstunden ist, damit wird man den Vorstand nicht von seinen Plänen abbringen können. Das Verhandlungsziel kann auch nicht sein, die Einhaltung des gescheiterten Zukunftsvertrages bzw. Eckpunktepapiers zu fordern. Wir brauchen eine intakte Umwelt zum Leben, deshalb ist der Ausstieg aus der fossilen Verbrennung richtig und notwendig. Das darf aber nicht auf unsere Kosten gehen! Wir fordern einen Anteil an dem Produktivitätssprung durch die Einführung neuer Antriebstechnologien mit der Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, also auf Kosten der Profite von Daimler!

 

Abzuwarten, was bei den Verhandlungen raus kommt, spielt nur Daimler in die Hände. Ohne richtige Kampfmaßnahmen kann bei den Verhandlungen nur ein fauler Kompromiss herauskommen! Jeder Kampfschritt und Teilstreik ist deshalb wichtig, damit es zu einem konzernweiten Streik gegen die Daimler-Pläne kommt. Dazu passte, dass vor den Werkstoren die Rote Fahne - Magazin der MLPD verkauft wurde, mit dem Untertitel: „Wie die Arbeiter in die Offensive kommen?“