Argument zu Corona

Argument zu Corona

Kontakte reduzieren – aber wie?

Die neuen Regelungen bezüglich Corona seien erforderlich, um die Kontakte zu reduzieren. "Eine massive Einschränkung der Kontakte bedeutet entsprechend weniger Gelegenheiten zur Ansteckung", so Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Von lg

Merkel ruft dazu auf, dass jeder auf drei Viertel seiner Kontakte verzichten solle. Nun überlege mal jeder seine menschlichen Kontakte im Alltag: Die sechs bis acht Nachtstunden sind schon mal relativ safe: Alleine oder zu zweit. Die sieben bis neun Arbeitsstunden am Tag sind wohl diejenigen mit den meisten Kontakten.

 

Im ökologisch besten Fall, und im gesundheitlich schlechtesten Fall, kommen eine bis zwei Stunden im Bus oder in der Bahn hinzu. Auch hier zeigt sich: Weil hier keine Sondermaßnahmen ergriffen werden, umgeben Aerosole von Hunderten Menschen jeden ÖPNV-Nutzer.

 

Danach geht es noch eben zum Einkaufen, Besuch von Freunden, der pflegebedürftigen Oma oder zur politischen Arbeit. Hier trifft der Durchschnittsdeutsche maximal eine Hand voll Leute. Wo wäre nun das größte Potenzial, Kontakte zu reduzieren? Weniger im privaten, dafür mehr im gesellschaftlichen, produktiven Leben. Doch Merkel fordert uns eindringlich auf: „Die Maßnahmen greifen tief in das private Leben ein.“ Dazu sind 90 Prozent der Bevölkerung sicher gerne bereit – doch das macht nur Sinn, wenn auch in der gesellschaftlichen Organisierung des Lebens „vollherzige“ Maßnahmen getroffen werden.

 

Die Stadt Solingen machte es vor: Mit einem „Solinger Sondermodell“ hat sie beschlossen, die Schulklassen zu halbieren und die Anzahl der Busse aufzustocken. „Geht doch!“, möchte man meinen. Doch weit gefehlt: Endlich wird eine gelungen Alternative präsentiert, da schaltet sich die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ein und verbietet sie! (siehe Rote Fahne News) Möge sich jetzt jeder selber ein Bild machen ...

 

Immerhin ist zu bedenken: Die Anzahl der Covid-Patienten hat sich aktuell verdreifacht. Die Zahl der Covid-Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen hat sich dagegen in den letzten acht Wochen verzehnfacht, so berichtete vor kurzem eine Ärztin aus Bochum in einer ARD-Sondersendung.