Flüchtlinge / Griechenland

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Neues aus den Flüchtlingslagern auf Lesbos und Samos

Am Morgen des 2. November haben Asylbewerber im Lager Kara Tepe auf Lesbos protestiert. Sie haben den Eingang, in dem die Angestellten die die Registrierung durchführen sollen ins Lager kommen, versperrt. Die Polizei hat sofort durchgegriffen und die Versammlung aufgelöst und das Tor geöffnet. Die Flüchtlinge fürchten, dass hier eine größere Abschiebung im Auftrag der Regierung und EU geplant ist.

Von Jordanis Georgiou (Solidarität International)
Neues aus den Flüchtlingslagern auf Lesbos und Samos
Hilfsgüter nach Samos gehen von Lesbos aus auf die Reise (foto: Solidarität International)

"Sie werden PIKPA nicht aus unseren Herzen nehmen"

Am Freitag, dem 30. Oktober, um 6.30 Uhr, morgens wurden von starken Polizeikräften und MAT und in Anwesenheit des Staatsanwalts 74 schutzbedürftige Einwohner, davon 32 Kinder, wie Verbrecher aus ihren Häusern in dem kleinen Lager PIKPA abgeholt, und in Busse in das Lager Kara Tepe verschleppt. Die Flüchtlingsbewohner von PIKPA waren hauptsächlich Frauen und Kinder.

 

Die Polizei sperrte das Gebiet ab und versperrte den Zugang zur Siedlung, sowohl für Anwälte, die zu ihren Klienten kamen, als auch für Psychologen, Sozialarbeiter und Pflegepersonal. Aber auch für die Presse.

So sieht die Flüchtlingspolitik der imperialistischen EU und der ultrareaktionären griechischen Regierung aus. Eine Siedlung, in der sich die Flüchtlinge wohlfühlten, wird geschlossen und Kara Tepe, das menschenunwürdige Lager, wird ausgebaut und gefördert. „Sie werden PIKPA nicht aus unseren Herzen nehmen können“, das schrien die Frauen, während sie mit dem Bus abtransportiert wurden.

In der Nacht brach das große Feuer auf der Seite des Dschungelgebiets aus

Im Lager auf Samos, das Dschungelcamp genannt wird, leben 4200 Flüchtlinge unter tatsächlichen Dschungelbedingungen. Hier brach vor kurzem ein Feuer aus. Es sind 15 Zelte verbrannt. Zum Glück wurde keiner verletzt.

 

Insgesamt ist die Lage auf Samos durch das Erdbeben in dessen Rahmen zwei Jugendliche gestorben sind und hunderte von Häusern unbewohnt sind, sehr dramatisch. Wegen den Nachbeben und eventuellen neuen Tsunami haben die Menschen große Angst.

 

Die Selbstorganisation von Lesbos hat sofort nach dem Brand Hilfsgüter, die sie im Lager hatten, den Flüchtlingen von Samos zukommen lassen.

 

Michalis Aiwaliotis war selber vor einem Monat auf Samos und half dort unter den Flüchtlingen auch eine Selbstorganisation aufzubauen. Sie werden die Verteilung der Güter, die sie erhalten, organisieren - für die Flüchtlinge und die einheimische Bevölkerung.

 

Hier gibt es mehr Infos zum Solidaritätspakt zwischen Solidarität International e. V. und der Selbstorganisation auf Lesbos OXI

 

Hier geht es zur Petition "Corona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen - SOFORT

 

Hier geht es zum Inhalt der Broschüre der MLPD "Bürgerliche Flüchtlingspolitik in der Krise"