Corona

Corona

Börseneuphorie ist zynisch

Die Meldung eines möglichen wirkungsvollen Corona-Impfstoffs durch die deutsche Firma BioNTech mit dem US Partner Pfizer könnte ein bedeutender Schritt gegen den Virus sein.

Von ac

Die Börsen sind jedenfalls in eine regelrechte Euphorie geraten. Hatte die zweite Pandemie-Welle zunächst die Kurse noch nach unten gezogen, so wird jetzt die Hoffnung, die Pandemie zu überwinden, zu einem Kurstreiber. Der Dax sprang am 9. November ruckartig um 6,5 Prozent auf 13.297 Punkte. 7,4 Prozent waren es beim EuroStoxx50.

 

Vor allem Werte aus der Tourismus-Branche, von Handel und Verkehr erreichten zweistellige Steigerungsraten. Das Lufthansa-Papier stieg um 30 Prozent - denn es könne ja nun bald wieder gereist werden. In den Augen dieser Monopole ist die Impfung nur Mittel zum Zweck, ihre Profitinteressen wieder ungestört zu verfolgen. Die Menschen sind ihnen egal. Doch was für Anleger wie eine Lösung aussieht, kann wegen der damit verbundenen Spekulation wieder zum Gegenteil werden.

 

Noch ist die nachhaltige Wirkung des Impfstoffs nicht erwiesen, sein Langzeitschutz nicht geklärt. Auch nicht, ob er mit den Mutationen des Virus fertig wird. Sollte dieses Mittel nicht die gewünschte Wirkung haben, brechen die Kurse wieder ein. So wird selbst eine Pandemie, die inzwischen über einer Million Menschen das Leben gekostet hat, im Kapitalismus zu einem Objekt der Spekulation.