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Daimler senkt Gehälter für tausende Ingenieurs-Kolleginnen und -Kollegen

"Werte Kolleginnen und Kollegen", so der Leserbrief, "gerne gehe ich auf die "Rote-Fahne-News" vom heutigen (inzwischen gestrigen) Samstag ein."

Leserbrief von Daimler-Beschäftigten

Das ist die Meldung, auf die sich der Leserbrief bezieht, in dem es weiter heißt:

"Aus eigener Erfahrung weiß ich die Entstehung und die Auswirkungen der 40-Stunden-Woche. Dass dies überhaupt möglich ist, gibt der Tarifvertrag der IG Metall her, der unterschiedliche Wochenarbeitszeiten ermöglicht. Es wurde leider nie die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für alle Beschäftigten durchgesetzt.

 

In Folge wurde vor allem in Gruppen mit hochqualifizierten Beschäftigten wie in Forschung und Entwicklung die Möglichkeit der 40-Stunden-Woche-Arbeitsverträge genutzt. In der Regel gab es für diese Kolleginnen und Kollegen keine Überstunden mehr. Es ist auch bekannt, das die 40-Stunden-Verträge jederzeit gekündigt werden können, und dies jetzt bei Daimler geschehen.

 

Was bedeutet dies für die Betroffenen? Den Wegfall von 12,5 % Einkommen. Dies schlägt sich nieder auf alle zusätzlichen Zahlungen. Genauso bis in die Renteneinzahlungen. Dabei bleibt die Arbeit die gleiche bzw. wird immer mehr. Desweiteren ist dies ein Signal des Daimler-Vorstands an alle Vorstände im Metall-Bereich, dies ebenfalls zu tun. Lohn- und Gehaltskürzung auf breiter Front soll durchgesetzt werden. Dies ist für mich und die betroffenen Kolleginnen und Kollegen Gehaltsraub, wenn auch auf einem hohen Niveau. Doch es ist dies ein Bestandteil der Kriegserklärung des Daimler-Vorstands gegen die Beschäftigten.

 

Alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen tun gut daran, solidarisch und gemeinsam mit allen Beschäftigten in die IG Metall einzutreten und bei allen kämpferischen Aktivitäten dabei zu sein. Die Hoffnung auf eine evtl. bessere Position in der Firma dürfte damit geplatzt sein. Genauso ist die Durchsetzung einer weiteren Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich - durch Tarifvertrag oder Konzernvereinbarung - für alle notwendig.