Müllberge

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Deutschland exportiert Plastikmüll in alle Welt

Deutschland muss mehr Verantwortung auf der Welt übernehmen! So hört man es von Spitzenpolitikern aller Art.

Korrespondenz

Allgemeinhin folgt dem dann ein Sermon aus "deutschen Tugenden" wie Demokratie oder Meinungsfreiheit, die Deutschland angeblich in alle Welt exportiert.  Doch weit wirkungsvoller exportiert Deutschland: Plastikmüll. Ohne Ende Plastikmüll. 1999 exportierte Deutschland noch 14.209 Tonnen Plastikmüll, 2018 waren es 355.700 Tonnen – das 25-fache!

 

Das vor 30 Jahren eingeführte System des Grünen Punkts scheiterte an der Profitgier deutsche Monopole. Statt Plastikmüll zu recyceln, wird er in wachsenden Teilen jetzt einfach exportiert. Ob er in den Importländern recycelt wird? Bei großen Teilen gilt: Keiner weiß es – also wohl eher nicht. Immerhin sind ein Drittel des exportierten Mülls hochkompliziert zu recycelnde Stoffe. Diese kostenintensive Arbeit wollen deutsche Müllkonzerne sich lieber sparen.

 

Der Müll geht nach Österreich und in die Niederlande, nach Polen, Bulgarien, Kroatien und Malaysia. In die Türkei, nach Slowenien oder Tschechien. Die salbungsvollen idealistischen Worte der deutschen Diplomaten, der Konrad-Adenauer-Stiftung oder der Friedrich-Ebert-Stiftung ersticken in den Müllbergen Asiens, Afrikas oder Osteuropas.

 

Ein Staat, der andere Länder als seine Müllhalde betrachtet, hat nicht das Recht, sich als überlegener Freiheitsstaat darzustellen. Vielmehr sind die Müllberge ein Synonym für die ganze Dekadenz des heutigen imperialistischen Deutschland.