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Impfung gegen Covid-19 vor dem Durchbruch?

Noch diesen Monat will das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech zusammen mit seinem Partner, dem US-Pharma-Multi Pfizer, einen Zulassungsantrag für seinen Covid-19-Impfostoff bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA stellen.

Von Dr. med. Günther Bittel
Impfung gegen Covid-19 vor dem Durchbruch?
(foto: mattthewafflecat / Pixabay)

Die Entwicklung dieses Impfstoffes ist ein großer Erfolg für den Mitgründer des Unternehmens Biontech, Uğur Şahin. Der Sohn eines aus der Türkei stammenden Ford-Kollegen kommt von der Krebsforschung und hatte an innovativen Impfstoffen gegen Krebserkrankungen geforscht. Vorausschauend, hatte Biontech bereits im Frühjahr - noch bevor Corona sich rasend ausbreiten konnte - angefangen, in diese Richtung zu forschen, was sich jetzt bezahlt macht

 

Bei dem Impfstoff BNT162b2 handelt es sich um einen Impfstoff, der mit Teilen der Erbsubstanz von CoV-2 arbeitet. Die sogenannte Messenger (Boten)-Ribonukleinsäure (mRNA) wird nach dem Impfen in die Zellen des Geimpften eingeschmuggelt und zwingt dann die Zelle, Spike-Proteine des CoV-2 zu produzieren. Diese aktivieren dann wiederum das Immunsystem, Abwehrstoffe gegen diesen Teil von CoV-2 zu bilden. Diese treten dann in Wirkung, wenn es zu einer „echten“ Infektion mit CoV-2 kommt.

 

Nach den bisher mitgeteilten Daten aus der Phase 3-Studie von Biontech, die vorwiegend in Brasilien durchgeführt wurde, ist das Risiko der Geimpften für eine CoV-2-Infektion um 90 Prozent geringer gewesen als bei den mit einem Schein-Impfstoff behandelten Studienteilnehmern. Das ist ein auf den ersten Blick guter Wert und gibt Anlass zur Hoffnung. Bisher nicht mitgeteilt wurden jedoch Dauer des Impfschutzes, Wirkung bei bestimmten Altersgruppen und eine exakte Aufschlüsselung eventueller Nebenwirkungen.

 

Die Daten der Pressemitteilung entstammen einer „Zwischenauswertung“ und wurden noch nicht wissenschaftlich publiziert. Eine mRNA-Impfung ist ein neues Prinzip, zu dem es noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Ein besonders gründliches Vorgehen gerade bei der Verträglichkeitsprüfung ist hier zu fordern. Der Anstieg des Aktienkurses und die Ankündigung, 2021 1 Milliarde Impfdosen herzustellen weisen auf die Gefahr hin, dass gerade diese Seite dem schnellen Vertrieb untergeordnet wird. Aktuell gibt Pfizer bekannt, dass eine potenzielle Liefervereinbarung mit der EU über 200 Millionen Dosen für 2020 beschlossen wurde. Das wir in keine Fall reichen, um die aktuelle zweite Corona-Welle massenhaft zu bekämpfen. Auch wenn der Impfstoff die vermutete Wirksamkeit hat, wird es noch eine Zeit und vermutlich noch mehrere Pandemie-Wellen dauern, bis wirklich ein breiter weltweiter Schutz entstanden ist.