Flugblatt

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Kein Heizkraftwerk mit „Ersatzbrennstoffen“ in Ebingen – und auch nicht anderswo!

Der Kreisverband Zollernalb der MLPD ruft in einem aktuellen Flugblatt zum gemeinsamen Widerstand gegen das geplante Heizkraftwerk in Ebingen auf.

Kreisverband Zollern-Alb der MLPD

Dotternhausen und jetzt auch in Ebingen? In Dotternhausen vergiften Korn und das Zementwerk Holcim seit Jahren mit ihrer Verbrennung von „Ersatzbrennstoffen“ die Luft. Soll das nun auch in Ebingen passieren? Lange hatte die Stadtverwaltung das geheim gehalten, doch jetzt ist es raus: KORN-Recycling und Groz-Beckert wollen gemeinsam ein eigenes HKW (Heizkraftwerk) auf dem Gelände westlich von KORN bauen. Es soll ausschließlich mit dem von KORN produzierten sogenannten „Ersatzbrennstoff“ (EBS) betrieben werden. Dieser wird aus gewerblichen Plastikabfällen, Verbundstoffen, Altreifen, Sperrmüll und allem, was vom Restmüll nach der Sortierung als derzeit nicht recycelbar übrig bleibt, hergestellt.

 

Das geplante HKW ist deshalb eine Anlage zur Verbrennung von vorher sortiertem und für eine optimale Verbrennung aufbereiteten Müll. Mit der Energie, die durch die Verbrennung von 100 000 t solchen Abfalls im Jahr entsteht, wollen KORN und Groz-Beckert jährlich 70 000 MWh (= 70.000.000 KWh) Strom für den eigenen Bedarf erzeugen. Dies geschieht auf Kosten der Albstadtwerke, die dadurch 27 Prozent der Gesamtstrommenge, die sie im Jahr 2019 an Kunden geliefert haben, verlieren würden.

Stop Greenwashing!

Die klassischen Müllverbrennungsanlagen sind in Verruf geraten. Da präsentiert Korn als „Lösung“ die „Ersatzbrennstoffe“, und man erklärt diese zum „erneuerbaren Rohstoff“ und als „erneuerbare Energiequelle“. Müllverbrennung wird zur „thermischen Verwertung“, und das ganze wird dann noch als „Kreislaufwirtschaft“ und „Win-Win-Situation“ verkauft. In Wirklichkeit ist Verbrennung chemisch ein chaotischer Prozess, wodurch neue, giftige Stoffe entstehen bis hin zu Chlorverbindungen, Schwermetallen und Dioxinen. Diese werden entweder in die Luft geblasen und/oder in Filtern aufgefangen, aber sie sind in der Welt. ...

Mit Kreislaufwirtschaft hat Müllverbrennung nichts zu tun!

Mit Kreislaufwirtschaft im Sinne einer stofflichen Wiederverwertung hat Müllverbrennung nichts zu tun – auch wenn es sich um aufbereiteten, sortierten Müll
- eben „Ersatzbrennstoff“ handelt. Wer Plastik, Gummireifen und anderen Müll verbrennt, vernichtet Rohstoffe, die man z.B. durch Kryo-Recycling sortenrein trennen und wieder verwerten könnte. Dieses Verfahren wird von der Müllverbrennungsindustrie und deren Lobby jedoch seit Jahren boykottiert. ...

 

Die Ausbeutung der Arbeiter und der Natur sind zwei Seiten derselben kapitalistischen Medaille. Das gegenseitige Ausspielen von Arbeitsplätzen und Umweltschutz muss ein Ende haben. Übrigens: Das HKW soll gerade mal 15 Arbeitsplätze bringen! Wir brauchen Arbeitsplätze im Umweltschutz!

Dafür setzt die MLPD sich ein

  • Kryo-Recycling und BMA (biologisch-mechanische Aufbereitung)
  • Verbot der Müllverbrennung, Verpflichtung zu umfassendem Recycling – sparsamer Umgang mit natürlichen Rohstoffen und radikaler Rückbau der
    Vermüllung!
  • Rückbau der überschüssigen und unsinnigen Warenproduktion!
  • Schaffung von Arbeitsplätzen in der Umstellung auf erneuerbare Energien und Recycling!
  • Weltweiter aktiver Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe!
  • Kampf für eine sozialistische Gesellschaftsordnung, in der die Einheit von Mensch und Natur gesellschaftliche Leitlinie ist.

 

Das Flugblatt in voller Länge mit Ankündigung der Kundgebung zum Umweltkampftag